Prof. Schnapp stellte am 15.2. das an der WiSo-Fakultät im Einsatz befindliche Student-Response-System vor, dass durch das elearning-Büro der WiSo-Fakultät angeschafft wurde. Die didaktischen Möglichkeiten sind verblüffend und liegen weit jenseits dessen, was in der Presse unter „Quiz“ und „Showmaster“ verbucht wird. In das Auditorium gestellte Fragen können z.B. nicht nur von anonymisierten Einzelkämpfern beantwortet werden, auch die spontane Bildung von Mini-Arbeitsgruppen ist möglich – „Was meinen Sie ist die richtige Antwort? Beraten Sie sich mal mit Ihrem Sitznachbarn oder Ihrer Sitznachbarin darüber.“  Student Response Systeme sind mit Sicherheit keine Wunderwaffe gegen Massenveranstaltungen oder unter Zeitdruck für den Vortrag aufbereitete Inhalte, aber sie erlauben u.a.

  • eine alternative Dramaturgie über eingestreute Reflektions- und Diskussionspausen,
  • für den Dozenten eine rudimentäre vor-Ort-Evaluation von auf dieser Art bestimmbaren Wissensständen und Stimmungen und
  • eine bessere Einbindung des Auditoriums in die Gestaltung des Vortragsverlaufs.

Meine erste Einschätzung nach der Präsentation, was den Aufwand des Einsatzes angeht:

Aufwand für die Fakultät:

  • Anschaffung: Die Geräte, Basisstation und Software muss relativ aufwändig aus den USA beschafft werden (besser verfügbare vergleichbare Systeme kosten bis zu fünf mal mehr).
  • Ausleihe: Die Geräte müssen gelagert, an die Lehrenden ausgegeben und wieder entgegen genommen werden.
  • Schulung: Die Handhabung der Geräte und der Software müssen den Lehrenden erläutert, der didaktisch sinnvolle Einsatz anhand von Beispielen und Szenarien verdeutlicht werden.
  • Erhaltung: Die Geräte müssen batterietechnisch gewartet, Software auf dem aktuellen Stand gehalten werden; „Verschwundene“ Geräte (bei Herrn Schnapp 12 Stück von 300 in drei Veranstaltungen) müssen gelegentlich ersetzt werden.

Aufwand für die Lehrenden:

  • Einarbeiten in die Handhabung der Software und Hardware
  • Didaktische (Neu)Konzeption der Vorträge und Vortragszyklen
  • Organisation von Ausleihe, Transport, Anschluß der Basisstation, Ausgabe und Einsammeln der Geräte

Praktisch wurden von Prof. Schnapp die Geräte vor Vorlesungsbeginn zur Mitnahme an der Tür aufgestellt, nach Ende der Vorlesung von den Studierenden wieder zurück gegeben. Die „Programmierung“ erfolgt über die Einbettung vorformatierter Elemente in eine Powerpoint-Präsentation (Software für Mac und Windows) und erscheint relativ einfach; nach mehreren Anwendungen und in der gestrigen Präsentation gab es aber ebenfalls noch technische Feinheiten, die Herr Schnapp noch nicht entdeckt hatte.

Es handelt sich bei dem Set der Wiso-Fakultät um 300 Geräte ‚iCue‘ sowie eine Basisstation der Marke www.h-itt.com als US-Import für knapp 9.000 Euro (Beschaffungszeit inkl. Zoll und Verschiffung ca. 4 Monate). Die zur Zeit verwendete Software H-ITTShow zur einfachen Einbindung derr Abfragen in Powerpoint wird allerdings nicht mehr weiterentwickelt, so dass die Anwendung auf Windows XP und Office 2007 bzw. frühere Office-Versionen beschränkt ist.

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