Meyer, Torsten / Tan, Wey-Han / Schwalbe, Christina / Appelt, Ralf (Hrsg.): “Medien & Bildung. Institutionelle Kontexte und kultureller Wandel.” Wiesbaden: VS-Verlag 2011. Aus der Reihe: Medienbildung und Gesellschaft, Bd. 20, 35 Texte von 36 Autoren, 452 S. Mit 118 Abb. u. 1 Tab. Br.

Dieser Band, hervorgegangen aus der Ringvorlesung “Medien & Bildung” sowie den Vernetzungen und Kooperationen aus dem Projekt ePUSH, stellt dar, auf welche vielfältige Weisen Medien und Bildung zusammen hängen. Es wird ein interdisziplinäres Diskussionssfeld betreten, das von der Philosophie und Soziologie über die  
Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften bis zur Informatik reicht und  
einen Raum eröffnet für ein breit angelegtes Nachdenken über 
pädagogisch-praktische wie bildungstheoretische Implikationen des  
medienkulturellen Wandels im Rahmen einer weltweit werdenden  
”Wissensgesellschaft”.

Der Band folgt seiner Thematik in vier Abschnitten vom Generellen, Theoretischen zum Speziellen, Praktischen. Der erste Teil, »Gründe«, entfaltet aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven zunächst sehr grundlegende Fragen und steckt so das Feld für die folgenden Abschnitte ab. Im zweiten Teil werden diese theoretischen Grundlagen auf verschiedene konkrete »Kontexte« bezogen, die durch den postulierten kulturellen Wandel im Kern betroffen sind: Raum, Bildung, Wissen, Universität usw. Der dritte Abschnitt entwirft im Anschluss unter der Überschrift »Folgerungen« einige konkrete Perspektiven für die Arbeit in unterschiedlichen institutionellen und organisatorischen Zusammenhängen: Welche Konsequenzen sollten angesichts der medienkulturellen Entwicklungen der letzten Jahre gezogen werden? Wie können sich Universitäten und Schulen zu den damit verbundenen neuen Formen des Sozialen verhalten? Der vierte Abschnitt schließlich gibt unter der Überschrift »Wirklichkeiten« einen sehr vielfältigen Einblick in ganz unterschiedliche Praktiken und Arbeitszusammenhänge im Kontext von Lehre und Forschung, die sich mit dem medienkulturellen Wandel in verschiedenen Institutionen und Situationen befassen.

Diese Unterteilung kann, angesichts der Vielschichtigkeit und Durchdringung von Theorie und Praxis, nur ein Vorschlag sein. Dementsprechend sei der gewogenen Leserin bzw. dem gewogenen Leser freigestellt, die hier in Kategorien eingefriedeten Texte auszuwildern, sie nach Kriterien wie Kontemplativität oder Ästhetik, nach Angst oder Humor, nach der Vehemenz des Kopfnickens bzw. Kopfschüttelns beim Lesen oder nach vielen anderen Kategorien zu rezipieren und diskutieren, zu verwerfen, zu exzerpieren oder kopieren, neu zu verschlagworten: Kurz, die Texte in das eigene gedankliche bzw. favorisierte datentechnische Biotop einzufügen, in der sie ihr Eigenleben entwickeln können und sollen.

Es wäre im Sinne der Herausgeber und des Themas.

“Wissen ist demnach nach den Regeln des Erhaltes und den Regeln der Veränderung aufgebaut. Allerdings sind die Regeln des Erhaltens kein Versprechen auf eine überzeitliche Her- oder Zukunft von Wissen. Sie meinen nur: Versuchen wir kulturell den Laden des Wissensgeschäfts zusammenzuhalten.”

– Manfred Faßler, “Dissipatives Wissen. Übergänge von nationaler Universalität zu Global Knowledge Communities.” (S.73)

Mit Texten von Ralf Appelt, Helga Bechmann, Norbert Breier, Mirjam Bretschneider, Tanja Carstensen, Manfred Faßler, Marc Göcks, Andreas Hebbel-Seeger, Thomas Höhne, Benjamin Jörissen, Frieder Kerler, Jürgen Kirstein, Ole Koch, Wolfgang Legler, Christian Lenz, Martin Lindner, Timo Meisel, Malte Mertz, Torsten Meyer, Wolfgang Neuhaus, Volkhard Nordmeier, Matthias Otto, Karl-Josef Pazzini, Sebastian Plönges, Gabi Reinmann, Daniel Röhe, Arno Rolf, Lisa Rosa, Michael Scheibel, Mandy Schiefner, Tim Schmidt, Christina Schwalbe, Stefan Sonvilla-Weiß, Wey-Han Tan, Tobias Thelen, Thomas Weber.

Für Lehrende und Studierende der Universität Hamburg wird das Buch – wie sein Vorgänger “Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von E-Portfolios in Bildungsprozessen.” – als PDF-Volltext über die Stabi zur Verfügung stehen.