Verkleinerung des RRZ-Teams im Bereich L2G

Mit dem vorzeitigen Ausscheiden von Jan Torge Claussen reduziert sich das RRZ-Team im Bereich Lecture2Go, der digitalen Veranstaltungsaufzeichnung (VAZ), von 2,5 auf 1,5 Stellen. Dies bedeutet, falls keine Neubesetzung der Stelle vorgenommen wird, eine ernsthafte Einschränkung des Dienstes. Michael Karbacher hat zu dieser Entwicklung einen kritischen Blogartikel, „Das schleichende Ende von Lecture2Go?“, veröffentlicht, der u.a. von Prof. Peter Faulstich (EPB) und Dr. Heiko Witt (eLB WiSo) unterstützend kommentiert wurde.

Erziehungswissenschaftliche Magisterarbeit zum Thema

Julian Gomez, bis September 2012 als studentische Hilfskraft bei L2G beschäftigt, hat gerade eine Magisterarbeit im Hauptfach Erziehungswissenschaft (Universität Heidelberg) zum Thema „Vorlesungsaufzeichnungen in der Hochschullehre und mögliche Lehrszenarien für ihren Einsatz“ zur Bewertung eingereicht.
Gomez versucht gleichermaßen die didaktische Seite – die klassische Vorlesung mit ihren Vor- und Nachteilen im neuen Medium – als auch die konkrete technische Umsetzung darzustellen. Hingewiesen sei hier vor allem auf die Kapitel zur didaktisch-organisatorischen Umsetzung von VAZ-Lehrszenarien in München (Videolern) und Hamburg.
Die Arbeit steht bei Interesse auf der Seite von Lecture2Go zum Download bereit (Direkter Link zur Arbeit als PDF).

Ausgabenstopp und Veranstaltungsaufzeichnungen an der EPB

Bis zu einer Aufhebung des Ausgabenstopps stehen dem eLearning Büro der Fakultät EPB z.Z. leider keine Kräfte zur Verfügung, um neue Veranstaltungsaufzeichnungen durchführen zu können. Bis dahin können wir jedoch technische Infrastruktur sowie Schulungsmöglichkeiten für studentische MitarbeiterInnen interessierter Lehrender anbieten.

Der Umgang mit neuen Medien ist neben Schulentwicklung und Heterogenität eines von drei prioritären Themen in der Lehrerfortbildung, welche eine Kernaufgabe der Fakultät EPB darstellt. Neue Medien sind in diesem Fall nicht nur Gegenstand des erziehungswissenschaftlichen Studiums, sondern sollen als „…Dimension der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen generell (…) fungieren„. Dass unter der Voraussetzung einer gegenseitigen Bedingtheit von Mediennutzung, Erziehung und Bildung die kritische Rezeption alternativer, medial unterstützter Lehrformate wie z.B. der VAZ für die Lehrerfortbildung eine wichtige Rolle spielten kann, wird damit voraus gesetzt: Was ist möglich, was ist nicht möglich mit und in diesem Format; welche Rolle kann es in formellen und informellen Lernkontexten spielen (z.B. als MIT OpenCourseWare, iTunesU, der Khan Academy oder eben Lecture2Go)?
Weitere Vorteile studienorganisatorischer Natur betreffen zusätzlich die Nach- und Vorbereitung des Stoffes bei Prüfungen, Krankheit, Behinderung oder Terminkonflikten bei z.B. Kindererziehung oder parallelen Veranstaltungen. Genauere Aufschlüsselungen finden Sie bei Interesse in unserem Blogartikel zum Thema VAZ oder in Julian Gomez Magisterarbeit.

Veranstaltungsaufzeichnungen, generell Lehrformate in Videoform, gehören zunehmend zum Alltag selbstbestimmten Lernens nicht nur im Bereich der Hochschule. Die Universität Hamburg besitzt mit dem Lecture2Go-System eine gut entwickelte technische Infrastruktur.
Eine Professionalisierung und Verstetigung des Angebots von VAZ bleibt aufgrund des Projektstatus leider problematisch.

Update (16.06.2012):

Vizepräsident Fischer hat sich zu diesem Fall geäußert und gleichzeitig das Dilemma offenbart, in dem sich die Universität befindet:
Einerseits ist der Wunsch nach einer funktionierenden, mit motivierten und kompetenten Mitarbeitern besetzten Infrastruktur für digital unterstützte Lehre vorhanden; andererseits ist die Finanzierungslage so desolat, dass keine längerfristigen Verträge ausgegeben werden können.

Der Vorschlag von drei-Monats-Verträgen ist in dieser Hinsicht ein Signal für qualifizierte Mitarbeiter, dass ggf. eine extrem kurzfristige berufliche Umorientierung weg von der Universität nötig werden könnte bzw. aktiv in die Lebensplanung mit einbezogen werden sollte.