Editorial des KVV Medien&Bildung (*.pdf ca. 1,1 MB) für das Wintersemester 2012/13.

Der Zugang zu „Bildung“ gestaltet sich nicht immer so einfach, wie es zu wünschen wäre. An der Universität Hamburg hieß es zu Beginn des aktuellen Wintersemesters z.B. mit 54.495 Bewerbungen für die 7831 verfügbaren Studienplätze umzugehen (Hamburger Abendblatt, 21.07.2012; letzter Zugriff am 4.9.2012). Aus organisatorischer Sicht ist das eine reine Sortieraufgabe, für die einzelnen Studieninteressierten hat die Auswahl aber in jedem einzelnen Fall Konsequenzen für ihre spätere Laufbahn. Ist man erst mal in der Uni „drin“, geht es mit den Zugängen und der Organisation selbiger direkt weiter.
Ob es die Öffnungszeiten der Gebäude sind, die einem ein Treffen mit Kommilitonen ermöglichen; Sprechstunden der Lehrenden, in denen Einzelberatung angeboten wird; Lehrveranstaltungszeiten, in denen die Inhalte des Studiums behandelt werden, oder universitätstypische Gepflogenheiten, wie z.B. die Ankündigung von Lehrveranstaltung, die entweder s.t. (lat.: sine tempore = „ohne Zeit“) oder c.t. (lat.: cum tempore = „mit Zeit“) beginnen.

Selbstverständlich nehmen potentielle Zugangsprobleme durch einen tieferen Einstieg in den Universitätsalltag nicht ab: Die Öffnungszeiten der Bibliotheken regeln, wann wir auf die dort lagernden Informationen zugreifen können. Hat man erstmal einen Bibliotheksausweis, ist zum Teil auch das Entleihen von Medien möglich. Elektronische Medien lassen sich in Teilen sogar unabhängig von den Öffnungszeiten der Bibliotheken anschauen und herunterladen (*mms/elb, 21.7.2012; letzter Zugriff am 4.9.2012). Natürlich ist hierfür häufig eine Identifikation als Universitätsangehöriger nötig. Mit einer Kombination aus Rechenzentrumskennung und dem Bibliotheksausweis rückt die gewünschte Lektüre in greifbare Nähe.

Ganz andere Probleme können sich ergeben, wenn man mit dem eigenen Computer, Smartphone oder Tablet das WLAN der Uni nutzen möchte. Sind alle Einstellungen gesetzt, kann endlich das Semester geplant werden: Man sucht in verschiedenen Plattformen nach verfügbaren Veranstaltungen, bekundet sein Interesse an der Teilnahme oder beantragt schließlich den Zugang zur Lernplattform und den individuellen Lehrveranstaltungen.

Und selbst wenn die Beantragung diverser Zugänge abgeschlossen ist, bedeutet dies nicht, dass der Zugang dazu schon gesichert ist. Neben offensichtlichen Zugängen bzw. Barrieren ist mit noch subtileren Hindernissen zu rechnen. Dies können etwa veränderte Interfaces der Studienmanagementsysteme oder Lernplattformen sein, Begrifflichkeiten, die neue Inhalte oder veränderte Studienstrukturen mit sich bringen oder neue Technologien, die den Studienalltag bereichern sollen und somit das Leben an der Universität für Studierende und Lehrende beeinflussen.

Wie man bei der Menge an Informationen, Hürden und neuen Erfahrungen noch einen Zugang zur eigenen Aufmerksamkeit freihalten soll, ist bisher ungeklärt. Es verlocken ja womöglich auch immer mal wieder die
irgendwann gebahnten Zugänge zum Social Network via Smartphone „in der Hosentasche“ oder nicht zuletzt der kollegiale Austausch im Café.

Wir wünschen Ihnen für das kommende Semester viele offene Türen, zu neuem Wissen,
aktuellen Technologien und der eigenen Aufmerksamkeit.

Für das Team vom Medienzentrum,
Ralf Appelt, Sebastian Plönges, Christina Schwalbe und Wey-Han Tan