Am 19. Mai fand, u.a. mit unterstützt vom SchülerInnenforum Hamburg, hier in Hamburg zum ersten Mal die TINCON statt – die Teenageinternetwork Convention. Eine Konferenz für Jugendliche von 13-21 Jahren rund um das Thema digitale Jugendkultur. 10 Stunden volles Programm mit Talks, Diskussionen, Workshops und jede Menge Spaß beim intermedialem Austausch in der Kulturfabrik Kampnagel – mit insgesamt gut 1500 teilnehmenden Schüler*innen und auch Studierenden.

Bühne der TINCON mit bunten Schildern, auf denen TINCON steht. Auf einer Projektionsfläche sind die Partner und Sponsoren zu lesen: Zeit-Stiftung, Kurt-Körber-Stiftung, SKH, LI Hamburg, FUNK, NJOY, Google, Carlsen, Samsung.

Und da genau diese Art der Auseinandersetzung mit der digitalen Kultur ein sehr wichtiges Thema ist auch für die Ausbildung der angehenden Lehrer*innen, waren auch wir vom Medienzentrum zusammen mit unseren studentischen Mitarbeitern aktiv dabei – und zwar unter dem Motto Learning by Doing (and Thinking…!):

»Show me your data protection!«

Ein Bild des Workshops mit dem Sprecher vorne an einem großen Monitor und den Zuhörer*innen, die auf gelben Plastikstühlen sitzen und Zuhören. Hinter den sitzenden Zuhörer*innen steht der Schulsenator Thies Rabe und hört ebenfalls zu.In einem Workshop zum Thema »Datenschutz – Show me your data protection!« haben wir gemeinsam mit den Jugendlichen darüber gesprochen, was sie eigentlich zum Schutze ihrer Privatsphäre tun und dazu angeregt, mal darüber nachzudenken, welche Bedeutung Datenschutz für sie und auch für unser Verständnis einer freien Gesellschaft hat. Insbesondere, als wir dann mal gemeinsam in ihren Smartphones geschaut haben, welche Informationen sie über Apps permanent so preisgeben, wurden sie dann doch nachdenklich… Ein wichtiges Thema, das auf jeden Fall mehr Platz in den Schulen verdient hat!

 

Mein Passwort ist doch sicher, oder?!

Den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis konnten wir dann direkt nach dem Workshop an unserem Infotisch zum Thema Datenschutz liefern. Mit dem kostenlosen Tool ophCrack und den sog. Rainbow Tables hackten wir gemeinsam mit den Jugendlichen unsichere Windows Passwörter und sensibilisierten die Zuhörerschaft. Mit einigem Erfolg! Denn sogar vermeintlich gute Passwörter (12 Zeichen mit Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen) wurden in Sekundenschnelle geknackt – und zwar nicht von einem Supercomputer oder einer Serverfarm von Amazon, sondern von einem Einplatinencomputer im Kreditkartenformat.

…ein paar Tipps, wie man sichere Passwörter erstellen kann, die man sich auch noch merken kann, findet Ihr in unserem Booklet, dass wir auf der TINCON verteilt haben. (Download der PDF-Datei, Bastelanleitung z.B. hier)

Do it yourself – mit dem Raspberry Pi

An unseren drei Raspberry Pi Workstations wurde den ganzen Tag über gebastelt, konfiguriert und administriert:

  • Einen kleinen Streaming Server via WLAN a lá Chromecast selber bauen? Kein Problem mit dem Installer OpenELEC für Kodi Media Center.
  • Du daddelst gerne, der Nintendo Mini ist aber ausverkauft oder auch einfach nur zu teuer? Lässt sich in 30 Minuten mit RetroPie ganz einfach nachbauen.
  • Einen handlichen internetfähigen Computer mit vorinstallierter Programmieroberfläche für Lau? Mit Raspbian OS oder Ubuntu Mate im Handumdrehen.

Unser Fazit der TINCON? So geht Medienbildung! Die Jugendlichen haben diskutiert, zugehört, eigene Talks gehalten, gebastelt, gespielt… – in einem Raum, der nur ihnen gehörte, in dem sie begleitet wurden, in dem sie Fragen stellen und Ausprobieren konnten, in denen digitale Medien und aktuelle Kommunikationsformen einen ganz selbstverständlichen Platz hatten und vor allem in einem Raum, in dem diese zum Gegenstand von Handlung und Reflexion wurden.