4. Workshop „Erstellung barrierefreier Dokumente für Studium und Beruf“ am 20. und 21. April 2018 an der Universität Hamburg

Beschreibung

Beschreibung

Im April 2014, 2015 und 2016 fanden an der Universität Hamburg die ersten drei Workshops „Erstellung barrierefreier Dokumente für Studium und Beruf“ statt.

Die Workshops wollten zwei Ebenen miteinander verbinden: den Erfahrungsaustausch und die Konzeptentwicklung eines inklusiv ausgerichteten Umsetzungsdienstes einerseits und die Vorstellung und Diskussion von Neuigkeiten aus der Forschung und zu Weiterbildungskonzepten zur Erstellung barrierefreier Dokumente für Studium und Beruf andererseits.

Der Workshop 2018 möchte folgende Aspekte fokussieren und in drei Arbeitsphasen fassen:

Block 1: Was gibt es Neues aus der Forschung und aus der Arbeit der Medien- und Beratungszentren in schulischen, berufsbildenden und universitären Handlungsfeldern? Am frühen Freitagnachmittag sollen im Plenum Impulse zusammengetragen werden; der inhaltliche Fokus liegt auf dem Spannungsfeld „universal design“ und individuelle Hilfe.

Block 2: Betrachtet man die eher zurückhaltenden Fortschritte in berufsbildenden und universitären Bildungslandschaften in Bezug auf belastbare Angebotsstrukturen zum Vorhalten „angemessener Vorkehrungen“ auf dem Gebiet der Zugänglichkeit von Dokumenten in den letzten Jahren, sollten vom 4. Workshop konkrete Initiativen ausgehen. Ein Thema könnte die Forderung nach einem auskömmlich ausgestatteten und finanzierten und von allen bundesdeutschen Hochschulen und Universitäten nutzbaren bundesweiten Netz von Medienzentren/Umsetzungsdiensten sein. Dafür sollen nationale und internationale Erfahrungen zusammengetragen und diskutiert werden.
Ein anderer Fokus sollte sich auf die Forderung beziehen, dass es bundesweit und kammerübergreifend einen Standard für die zugängliche Fassung von Prüfungsaufgaben in der beruflichen Bildung gibt.
Am Freitagnachmittag sollen diese und weitere Forderungen ausführlich im Plenum und in Arbeitsgruppen diskutiert werden. Wesentliche Zielstellung sollte es sein, nicht nur die notwendigen Veränderungsprozesse für die universitäre und berufliche Qualifikation herauszustellen, sondern auch mögliche Lösungswege zu skizzieren. Die abgeleiteten Empfehlungen könnten der Öffentlichkeit zur weiteren Debatte zur Verfügung gestellt werden.

Block 3: Der Sonnabendvormittag soll, wie in den letzten Workshops, dem intensiven Erfahrungsaustausch in den rotierenden Praxisworkshops/Arbeitsgruppen vorbehalten bleiben.

Programm

Programm

Freitag, 20.04.2018

Schematisches Bild von einem Gebäude als Symbol für Veranstaltungsort

Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg
ESA 1 Flügel West, Raum 221


13:00 – 13:15 Eröffnung, Begrüßung an der Universität Hamburg

13:15 – 13:35 Prof. Dr. Christiane Maaß, Forschungsstelle Leichte Sprache, Stiftung Universität Hildesheim
Optimierung der Verständlichkeit durch Leichte Sprache

Leichte Sprache ist in den vergangenen Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Mit Leichter Sprache werden Texte sprachlich barrierefrei aufbereitet. Was für die Alltagsschriftlichkeit außerhalb von Vermittlungskontexten unproblematisch erscheint, ist für Hochschule und Berufsausbildung eine heikle Frage: Fachliche Gegenstände sind in ihrer Konzeption komplex und abstrakt und sie werden in Vermittlungskontexten mit erheblicher sprachlicher Komplexität abgehandelt.
– Können Sprache und zu vermittelnde Inhalte überhaupt separat voneinander betrachtet werden?
– Zieht eine Umsetzung in Leichte Sprache nicht notwendig auch eine Vereinfachung des Inhalts nach sich?
– Und ist eine Vermittlung der jeweiligen Fachsprachen nicht auch Teil der Lernziele?
– Muss aber andererseits im Sinne eines inklusiven Zugangs zu Bildung und Ausbildung nicht jede Form von Barriere auf den Prüfstand gestellt werden?
In dem Impulsvortrag werden Leichte (und auch einfache) Sprache als Instrumente der barrierefreien Kommunikation in Kürze vorgestellt und es wird auf mögliche Umsetzungsweisen und Anwendungsfelder, aber auch auf Dilemmata eingegangen.

13:35 – 13:45 Diskussion, Nachfragen

13:45 – 14:05 Dr. Birgit Drolshagen & Ralph Klein, Zentrum für Hochschulbildung: Bereich Behinderung und Studium (DoBuS), TU Dortmund
Umsetzungsdienst nicht nur für Studierende mit Beeinträchtigung des Sehens: Universal Design und die „Erweiterung“ der Zielgruppe

Der Umsetzungsdienst von DoBuS wurde ursprünglich aufgebaut, um blinde und sehbehinderte Studierende mit bedarfsgerecht adaptierten Studienmaterialien zu versorgen. Während der Zeit seines inzwischen 20-jährigen Bestehens änderten sich die zur Verfügung stehenden assistiven Technologien, die in der Lehre eingesetzten Medien, die Arbeitsweisen und Strategien der Studierenden, die Zielgruppen und die Bedarfe.
DoBuS hat daher vor etwa zwei Jahren begonnen, sein Angebot in Richtung Universal Design zu erweitern. Universal Design bietet einen konzeptionellen Rahmen, in dem diese Aspekte gleichzeitig berücksichtigt werden können.

Zunächst wurde ein Angebot zur Untertitelung von Videos aufgebaut, z. Zt. erarbeitet DoBuS ein Angebot zur Erstellung von Audiodeskriptionen. Ergänzt werden solche praktischen Angebote durch zunehmend häufige Schulungen anderer Akteure der Hochschule, v.a. von lehrenden. Als neue Zielgruppen sind hörbehinderte Studierende und Studierende mit Dyslexie hinzugekommen.

14:05 – 14:15 Diskussion, Nachfragen

14:15 – 14:35 Dr. Thorsten Schwarz, Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS), KIT, Karlsruhe
Universal Design in der Lehre(?)

Universal Design bietet entscheidende Mehrwerte für alle. Doch was kann mittlerweile alles im „Lern-Alltag“ genutzt werden?
Arbeitsumgebungen und gezielt digitale Arbeitsplätze entwickeln sich heutzutage sehr schnell weiter. Immer mehr technische Hilfsmittel halten Einzug in der Lehre und in Lernumgebungen.
Der Vortrag soll einen kleinen Ein- und Ausblick auf aktuelle und kommende Lern- und Prüfungsplätze für sehgeschädigte Studierende geben. Welche technischen Hilfsmittel (Hard- und Softwarelösungen) werden aktuell genutzt bzw. welche werden in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen?

14:35 – 14:45 Diskussion, Nachfragen

14:45 – 15:15 Pause (Getränke, Snack)

15:15 – 15:35 Jana Mattert, Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks
„Umfrage der IBS 2017: „Barrierefreie Umsetzung von Studienmaterialien für Studierende mit Behinderungen“: Ergebnisse und Konsequenzen

Im April 2017 führte die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks unter Hochschulen bundesweit eine Umfrage zu Umsetzungsdiensten durch. Sie fragte nach Vorhandensein, Aufgaben, Ressourcen und Ausstattung von Umsetzungsdiensten an Hochschulen. 99 Hochschulen beteiligten sich an der Umfrage. Sie machten Angaben zu 19 Umsetzungsdienste. Der Vortrag stellt die Ergebnisse der Umfrage vor.

15:35 – 15:45 Diskussion, Nachfragen

15:45 – 16:00 Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten & Andreas Deitmer, M. Sc., THM, Gießen
Erfahrungen des Zentrums für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) in der regionalen Netzwerkarbeit – Standards für die Zugänglichkeit von Prüfungsaufgaben

Das BliZ unterstützt seit nunmehr 20 Jahren seheingeschränkte Studierende und seit dem Jahre 2007 auch alle Studierenden mit gesundheitlicher Einschränkung. Hierbei ist die regionale Netzwerkarbeit mit Selbsthilfeverbänden, Firmen, öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Behörden und der Politik ein sehr wichtiger Baustein für das Unterstützungsangebot des Zentrums.
Über den Projektbereich für barrierefreie Informations- und Reha-Technik der TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH werden hierbei Dienstleistungen und Umsetzungsarbeiten für öffentliche Einrichtungen und Firmen in den Bereichen barrierefreie Webauftritte und Dokumente angeboten. Die Zugänglichkeit von Informationen für behinderte Menschen steht hierbei im Mittelpunkt.
Bei der Unterstützung von blinden und sehbehinderten Studierenden ist eine standardisierte und professionelle Umsetzung von Vorlesungsmaterialien und Literatur eine Basis für das erfolgreiche Ablegen von Prüfungsleistungen.
Gerade aber Prüfungsleistungen stellen bei der barrierefreien Aufbereitung einen sehr sensiblen Bereich da, um die Aufgabenstellungen barrierefrei zugänglich zu gestalten, ohne hierbei Lösungshinweise zu geben. Das BliZ setzt bei der Umsetzung von textuellen Aufgabenstellungen und Abbildungen auf einheitliche Standard, unter anderem durch sein Umsetzungsportal BAUM und bei Braillegrafiken auf die eigenentwickelte Anwendung „PunktBilder“, immer im Einklang mit den individuellen Arbeitsweisen und Neigungen der Studierenden

16:00 – 16:15 Michael Schäffler, Medienberatungszentrum für elektronische Hilfsmittel für blinde Schülerinnen und Schüler, Schloss-Schule Ilvesheim
Der „Textservice Ilvesheim“ und der E-Buch-Standards im bundesweiten Netz der Medienzentren

Ausgehend vom Beispiel „Medienberatungszentrum für Schüler und Schülerinnen mit Blindheit/hochgradiger Sehbehinderung in Baden-Württemberg“ werden Möglichkeiten diskutiert, die Vernetzung und Standardisierung bezüglich der Barrierefreiheit von Fachbüchern, Skripten und Prüfungen im Bereich der beruflichen und universitären Einrichtungen voranzutreiben.

16:15 – 16:30 Sarah Bohnert & Hannes Kaden, DZB Leipzig
Unterstützung barrierefreier E-Book-Produktion durch BACC

Im Projekt BACC wird ein Werkzeug zum einfachen und automatisierten Testen der Barrierefreiheit von EPUB-Publikationen entwickelt. Die Software soll Prüfergebnisse sowie Optimierungsempfehlungen zur barrierefreien Aufbereitung leicht verständlich vermitteln.
Ziel des Born Accessible Content Checker ist es, inklusives Publizieren zu vereinfachen, d. h. Verlage bei der Produktion barrierefreier elektronischer Publikationen zu unterstützen, so dass diese schon von Beginn an auf einen barrierefreien Zugang achten können.
Durch dieses inklusive Publizieren werden mehr digitale Inhalte für blinde und sehbehinderte Menschen zur Verfügung stehen.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Arbeitsweise des Tools BACC und die Zusammenarbeit mit Verlagen.

16:30 – 16:45 Vojtech Sivak, Förderzentrum für Studenten mit spezifischen Bedürfnissen ELSA – Tschechische technische Universität in Prag
Erfahrungen bei der Ausgestaltung von Umsetzungsdiensten in der Tschechischen Republik

Die Historie der systematischen Unterstützung von Hochschulstudenten mit Behinderung in der Tschechischen Republik bezieht sich auf das Jahr 1992, wo an der Technischen Universität in Prag ein Förderzentrum für sehbehinderte Studenten entstand. Warum gerade da? Weil schon damals viele Hilfsmittel und Methoden der Kompensation von mangelnder Sehkraft auf elektronischen Prinzipien, bzw. auf der Computertechnik basierten. Seine Dienste bot das Zentrum allen sehbehinderten Studenten an, die ihr Interesse zeigten unabhängig von der Hochschule, die sie besuchten. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag vor allem darin, den Klienten die modernste Kompensationstechnik und Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, einschließlich der Anpassung von Studientexten, die mit Hilfe assistiver Technologien für Sehbehinderte zugänglich werden sollten (Digitalisierung, Umsetzung in die Brailleschrift, etc.).

Im Laufe der Jahre fingen Studien- und Beratungsstellen der Universitäten in der ganzen Tschechischen Republik an, sich mit der Frage der Unterstützung von Studenten mit verschiedensten gesundheitlichen Einschränkungen zu beschäftigen. Es entstanden ähnliche Zentren, die heutzutage in einem Verband organisiert sind, um mit gemeinsamen Kräften ein einheitliches Unterstützungssystem an den tschechischen Universitäten und Hochschulen auszubauen.

16:45 – 17:00 Dr. des. Susanne Peschke, Universität Hamburg
Studieren mit Behinderung im internationalen Vergleich

Es sollen zwei Umsetzungsdienste aus dem internationalen Kontext kurz vorgestellt werden. Das Thema Zugänglichkeit von digitalen Informationen ist an der San Francisco State University sehr präsent, die gesamte Institution ist in den Prozess eingebunden. Eine große Bedeutung wird dem proaktiven Handeln zur Umsetzung von Zugänglichkeit beigemessen. Der Umsetzungsdienst an der Karl-Franzens Universität Graz ist zentral organisiert und richtet sich an alle Studierenden mit einem Bedarf an adaptierter Literatur, neben Studierende mit einer Beeinträchtigung im Bereich Sehen umfasst diese Gruppe Studierende mit Dyslexie und Studierende mit motorischen Beeinträchtigungen.

17:00 – 17:15 Diskussion, Nachfragen

17:15 – 17:30 Pause (Getränke, Snack)

17:30 – 18:30 Arbeitsgruppe 1: bundesweites Netzwerk von Medienzentren/Umsetzungsdiensten an Universitäten und Hochschulen: Bedarf, Struktur/überregionale und lokale Einbindungen/Finanzierung, Standards, Qualitätsmanagement (Moderation: Christoph Henriksen)
17:30 – 18:30 Arbeitsgruppe 2: bundesweite Standards für die zugängliche Fassung von Prüfungsaufgaben in der beruflichen Bildung (Moderation: Michael Schäffler / Karin Gätschenberger)

18:39 – 19:00 Ergebnispräsentation im Plenum

19:30 Möglichkeit eines gemeinsamen Abendessens / get-together
(Restaurant „Balutschistan“, Grindelallee 91, 20146 Hamburg,
040 / 41 28 02 46, www.balutschistan-grindel.de, à la carte, Selbstzahler_in)


Sonnabend, 21.04.2018

Schematisches Bild von einem Gebäude als Symbol für Veranstaltungsort


Universität Hamburg, Von Melle Park 8, 20146 Hamburg
PC-Räume 515, 516, 504 & Seminarräume 05, 06, 106

09:00 – 10:30 Fortsetzung der Arbeitsgruppe 2
09:00 – 10:30 erste Runde Praxisworkshops 4 / 7 / 8

10:45 – 12:15 zweite Runde Praxisworkshops 4 / 6 / 7 / 9 / 10

12:15 – 13:00 Mittagssnack (Seminarraum VMP8, 05)

13:00 – 14:30 Arbeitsgruppe 3
13:00 – 14:30 dritte Runde Praxisworkshops/Arbeitsgruppen 5 / 6 / 9

14:30 – 15:00 gemeinsamer Austausch von Erfahrungen und Ergebnissen und mögliche weitere Projekte

Arbeitsgruppe 2:
Michael Schäffler/Karin Gätschenberger (Raum 504)
bundesweite Standards für die zugängliche Fassung von Prüfungsaufgaben in der beruflichen Bildung

Arbeitsgruppe 3:
Dr. Birgit Drolshagen & Ralph Klein, TU Dortmund (Raum 106)
Erfahrungsaustausch zur Zugänglichkeit von Videomaterial (Untertitel-UT, Audiodeskription-AD)

Die Untertitelung von Videos, die in der universitären Lehre eingesetzt werden, ist eine Herausforderung. Welche Software soll benutzt werden? Nach welchen Regeln und Standards wird untertitelt? Wie können knappe Zeitvorgaben eingehalten werden? DoBuS steht mit der Untertitelung noch fast, mit der Audiodeskription noch ganz am Anfang. Um ins Gespräch zu kommen, wird an Hand der von DoBuS erarbeiteten Anleitungen geschildert, wie DoBuS arbeitet.

Praxisworkshop 4 (AUSGEBUCHT!!! bitte wählen Sie einen anderen Workshop):
Dr. Thorsten Schwarz, Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS), KIT, Karlsruhe (PC-Raum 515)
Neue Ansätze zur Literaturaufbereitung: von neuen Konvertiermöglichkeiten und Ansätzen der Dokumentarchivierung – ePub3 für alle

Es wird immer wichtiger einfach und effizient Dokumente in kurzer Zeit zugänglich zu machen, ganz besonders, wenn keine darauf spezialisierte Einrichtung vor Ort ist.
Dieser Workshop möchte im ersten Teil verschiedene Onlinedienste und deren Anwendungsmöglichkeiten für die Konvertierung verschiedener Ausgangsdokumente in zugängliche Formate vorstellen.
Des Weiteren soll ein kurzer Ausblick auf ePub 3 gegebene werde, einem offenen Standards für „E-Books“. Insbesondere soll anhand eines neuen ePub3-Texteditors gezeigt werden, wie in einem(!) Dokument die Versionen für sehende, sehbehinderte und blinde Nutzer vereint werden und wie Nutzer zwischen den Versionen wechseln können.

Praxisworkshop 5:
Gerhard Jaworek, Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS), KIT, Karlsruhe (PC-Raum 515)
Von der Messreihe zum taktilen Ausdruck: einfacher und rascher Zugang zu taktilen Messgraphen, u.a. durch Betroffene selbst

Studierende technischer bzw. naturwissenschaftlicher Studiengänge, oder auch Schüler im naturwissenschaftlichen bzw. mathematischen Unterricht, müssen im Laufe ihres Studiums Praxisübungen und Praktika durchführen. Oft geht es hier unter anderem darum, Messergebnisse und Daten zu sammeln und diese darzustellen und auszuwerten.
Für sehende Studierende ist das heutzutage dank Computer und Mathematiksoftware keine große Sache, bis man den Graphen auf dem Bildschirm hat.
Im Rahmen dieses Workshops soll ein Ansatz vorgestellt werden, der einen raschen Zugang zu taktilen Messgraphen ermöglicht.
Zum Einsatz kommt kostenfreie Software und ein relativ mobiler Prägedrucker.
Da die Software komplett von einem USB-Speichermedium laufen kann, löst der Ansatz auch das Sicherheitsproblem, dass niemand etwas auf einem Messrechner installieren darf.
Ziel des Ansatzes ist nicht, möglichst gut und perfekt aufbereitete taktile Materialien zu erzeugen, sondern dass durch die direkte Verfügbarkeit ein inklusiver Praktikumsbesuch ein inklusives Mitwirken möglich ist, denn für den Moment reicht häufig auch eine taktile Grafik mit gewissen Abstrichen.
Dieser Ansatz ist problemlos auch auf den inklusiven Schulunterricht zu übertragen.

Praxisworkshop 6:
Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten, (BliZ) THM, Gießen & Claudia Loitsch, (SZS), KIT, Karlsruhe (PC-Raum 516)
Barrierefreie UML-Diagramme

Die grafische Modellierungssprache UML (Unified Modeling Language) ermöglicht es komplexe Sachverhalte in Form von Diagrammen zu veranschaulichen. Der Einsatz von UML erfolgt in erster Linie im Rahmen von Softwareentwicklung und ist somit auch Bestandteil der Informatikausbildung.
Dieser Workshop zeigt am Beispiel von UML Ansätze, wie fachspezifische Arbeitsmittel barrierefrei gestaltet werden können. Dabei gehen wir auf die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte ein, welche sich auf verschiedene Weise dem Thema nähern.
Im ersten Teil des Workshops stellen wir Schulungsmaterialien zu UML vor, welche zum Erlernen der grafische UML Notation von seheingeschränkten Personen verwendet werden können.
Im zweiten Teil des Workshops demonstrieren wir dann eine Möglichkeit, wie man UML-Diagramme ohne Kenntnisse von UML-Quellcode erstellen und eine Grafik erzeugen bzw. in Braille drucken zu können. Hierbei kommt die Anwendung „PunktBilder“ zum Einsatz. Obwohl die Elementbeschriftungen in Braille sind, sind ebenfalls keine Braillekenntnisse vorausgesetzt.
Im dritten Teil des Workshops gehen wir dann vertiefend auf die Zusammenarbeit zwischen sehenden und blinden Menschen ein und erläutern wie man mit der grafische UML Notation effektiv in sogenannten Diversity-Teams arbeiten kann.

Praxisworkshop 7:
Anja Winkler, TU Dresden (Raum 106)
Erstellen von Bildbeschreibungen

Grafiken und Bilder in Fachbüchern enthalten vielfältige Informationen die für die Literaturumsetzung fachlich korrekt und in der richtigen Reihenfolge beschrieben werden müssen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Schulung in der Beschreibung von Grafiken und werden ihr erlerntes Wissen in praktischen Übungen anwenden und vertiefen. Gerne können eigene Grafiken mitgebracht werden.

Praxisworkshop 8:
Manfred Steger, Projekt SynLLOER (Synergie Lehren und Lernen durch OER), Universität Hamburg (Raum 06)
Open Access und Open Educational Resources: Freie Bildungsressourcen suchen, finden und barrierefrei machen.

Open Access und Open Educational Resources sind frei zugängliche und kostenlose, meist digitale Materialien für den Bildungsbereich. Die Nutzung von OER ist eine Möglichkeit mit urheberrechtlichen Beschränkungen umzugehen, die meist eine Verbreitung auf digitalen Medien unterbindet. In diesem Workshop erfahren Sie, wie OER’s gefunden, auf deren Zugänglichkeit hin überprüft und verbessert werden können.

Praxisworkshop 9 (AUSGEBUCHT!!! bitte wählen Sie einen anderen Workshop):
Barbara Henn, Schlossschule Ilvesheim (Raum 504)
E-Buch-Standard

Im Jahr 2016 wurde durch die Bundesfachkommission für Lehr- und Lernmittel die Überarbeitung des E-Buch-Standards verabschiedet (siehe Augenbit.de: https://goo.gl/MpSdbY). Anhand der neuen Handreichung für Übertrager werden in diesem Workshop die zentralen Änderungen vorgestellt. Ein wichtiger Baustein in der Anpassung von Textmaterial nach dem E-Buch-Standard ist das E-Buch-Menü, welches grundlegend überarbeitet wurde und neue hilfreiche Funktionen mitbringt. Durch viele Praxisübungen bietet dieser Workshop Raum zur intensiven Erprobung.

Praxisworkshop 10:
Gerhard Althaus, TU Dortmund, Universitätsbibliothek, Hans-Georg Becker, Dipl.-Math., M.L.I.S (Raum 06) webbasierter Sehbehindertengerechter Katalog Online (Sehkon)

Seit 2002 bietet die Universitätsbibliothek Dortmund den webbasierten Sehbehindertengerechten Katalog Online (kurz Sehkon) an, der von Anfang an als Verbundkatalog geplant war und an den bislang auch zahlreiche teilnehmende Institutionen ihre Metadaten gemeldet haben. Zur wird daran gearbeitet, diesen Katalog neu aufzulegen und sowohl für blinde und sehbehinderte Nutzer als auch für die meldenden Institutionen attraktiver zu gestalten. So verfügt die neue Version über eine moderne Suchoberfläche und wird über ein komfortables Redaktionssystem mit aktuellen Metadaten versorgt. Dieses Redaktionssystem ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Titelmeldungen selbst in den Datenbestand von Sehkon einzupflegen und ggf. zu aktualisieren, um Doppelbearbeitungen zu vermeiden.
Der Workshop möchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den neuen Funktionalitäten des Sehkon incl. des neuen Redaktionssystems vertraut machen.

Anmeldung

Es gibt noch einzelne wenige Restplätze bei einigen Praxisworkshops, bitte wenden Sie sich, bei Interesse, gerne per Mail bei uns (s. bei Veranstalter).

Gebühr für die Teilnahme 20./21.04.2018: 70€
Tageskarte: 40€
Studierende: frei

Bitte überweisen Sie die Gebühr bis zum 29.03.2018 auf das Konto:

Empfänger: Universität Hamburg

Bank: Deutsche Bundesbank
BIC: MARKDEF1200
IBAN: DE68200000000020101531
Verwendungszweck: 100043829 / workshop barrierefreie Dokumente 2018

Bitte dringend diese Betreffzeile verwenden!

Veranstalter

Veranstalter:
– Büro für die Belange von Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit der Universität Hamburg
– Arbeitsbereich „Pädagogik bei Beeinträchtigung des Sehens“ (Universität Hamburg, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Institut für Behindertenpädagogik)
– Projekt „Professionelles Lehrerhandeln zur Förderung fachlichen Lernens unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen (ProfaLe)“ (ein Projekte der des BMBF in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“).

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Sven Degenhardt / sven.degenhardt@uni-hamburg.de / 040-42838-6785
Büro: Tanja Warnecke / tanja.warnecke@uni-hamburg.de / 040-42838-5772

Die Workshops 2014, 2015 und 2016:

Workshop „Erstellung barrierefreier Texte für Studium und Beruf“

2. Workshop „Erstellung barrierefreier Dokumente für Studium und Beruf“ am 10. und 11. April 2015

3. Workshop „Erstellung barrierefreier Dokumente für Studium und Beruf“ am 15. und 16. April 2016 an der Universität Hamburg