(e)Portfolio-AG

Die (e)Portfolio-AG, entstanden aus dem Projekt ePUSH, hat sich Anfang November erneut getroffen. Die AG besteht mittlerweile nicht nur aus Vernetzungen innerhalb der Fakultät EPB, sondern u.a. auch zur TU Harburg und dem dortigen ELCH-Projekt studIPort 2.0, welches sich ebenfalls mit (e)Portfolios beschäftigt, sowie Interessierten anderer Universitäten. Ziel der AG ist die Bildung von sinnvollen Schnittstellen, um die (e)Portfolio-Arbeit im universitären Kontext voranzubringen.

Anhand von Praxiserfahrungen wurden dabei unterschiedliche exemplarische Einsatzmöglichkeiten von (e)Portfolios vorgestellt:

  • T. Meyer und S. Münte-Goussar führen in den kommenden beiden Semestern PE und Seminar zum Modul „Grundlagen der Erziehungswissenschaft“ durch. Den Studierenden wird nahegelegt, ein begleitendes ePortfolio zu führen und darauf basierend am Ende des Moduls statt Hausarbeit oder Klausur eine mündliche Prüfung zu absolvieren. Dieses Vorgehen ist ein erster Versuch, ePortfolios flächendeckend in eine Veranstaltung zu integrieren – aufgrund dessen wird diese laufend evaluiert und dafür auch mit anderen PEs verglichen, um potenzielle Verschiebungen in den Lernerfahrungen dokumentieren zu können. Als allgemeines Ziel des ePortfolios im Rahmen der PE sehen Meyer und Münte-Goussar es, sinnvoller studieren zu lernen, indem die Studierende Inhalte für sich verarbeiten und Material bearbeiten lernen. Der Bezug zum Lerngegenstand ist hierbei elementar sowie das Herstellen von Verknüpfungen, die beim Studierenden selbsttätig entstehen.

Über den Verlauf und die Evaluation der eportfoliobegleiteten PE werden wir an dieser Stelle weiter berichten.

  • Rudolf Kammerl berichtete von seinen Erfahrungen an der Universität Passau. Dort gibt es innerhalb der eingesetzten ePortfolios (in Deutsch-Didaktik und Medienpädagogik) ein ausdifferenziertes Rechtemanagement, um verschiedenen Inhalten gerecht zu werden (verschiedene Levels von Öffentlichkeit auf einer Datenbank). Dies wurde schon in mehreren Veranstaltungen durchgeführt, teilweise wurde es auch als Präsentationsportfolio genutzt, bzw. für Produkte und Reflexionen zu Texten usw..

Im Laufe der Diskussion hat sich bereits herauskristallisiert, dass es innerhalb der AG zwar unterschiedliche Auffassungen / Schwerpunkte von (e)Portfolios gibt – gemein haben aber alle die Intention, zu einer intensiveren Verbreitung von (e)Portfolios beizutragen. Allgemein läßt sich festhalten:

  • Die Bewertungskritierien von (e)Portfolios müssen kritisch reflektiert werden. (e)Portfolios, die nicht nur defensiv reflektieren, sind persönlicher als alle anderen Prüfungsformen, dem muss Rechnung getragen werden. Das Rollen- und Rechtemanagement innerhalb von (e)Portfolios ist also elementar.
  • Noch ist unklar, wie es mit der fächerspezifischen Bereitschaft, (e)Portfolios zu führen, aussieht. Auch die Frage nach der internationalen Übertragbarkeit der (e)Portfolios ist noch nicht hinlänglich geklärt. Sind die Begriffe, die im Rahmen des (e)Portfolios angewendet werden, für ein internationales Publikum anwendbar? International ist eher die Trennung zwischen Begleitung und Prüfung gegeben, als es im deutschen Kontext der Fall ist.
  • In Zukunft müssen bereits im Verlauf des Studiums insbesondere in der Lehrerbildung die Grundlagen gelegt werden, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Wichtig ist, (e)Portfolios nicht als eine Verringerung der Workload der Lehrenden bzw. als ressourcensparend anzusehen, denn das leisten (e)Portfolios eben nicht.
  • Persönliche Beratung von Peers und Lehrenden als qualitätsbegleitender Prozess ist unerlässlich, eine Hochschulpersonal-Entwicklung ist also dringend notwendig. (e)Portfolios müssen seitens der Lehrenden mehr forciert werden, damit sich die Lernkultur der Studierenden verändern kann. Dies ist immer auch eine Frage der Mittel und damit der Entscheidungsträger für diese Mittel.
  • Eine elementare Frage ist: wie bewegt man die Studierenden dazu, etwas zu schreiben? Der Zugang der Studierenden zu (e)Portfolios scheint recht unterschiedlich zu sein. Es ist davon auszugehen, dass jüngere Studierende einen direkteren Zugang zu (e)Portfolios finden, da diese aktuelle Medien eher als selbstverständlich in ihren (Arbeits-)Alltag integrieren. Wie realistisch es ist also, dass die Studierenden ab dem ersten Semester (e)Portfolios führen? Wie kann man Studierende begeistern, ihnen den Mehrwert von (e)Portfolios deutlich machen?
  • Die Frage ist auch, auf welchen Plattformen (e)Portfolios geführt werden sollen; diese sollen auch nach Ende des Studiums weiter nutzbar sein. Hier bieten sich Plattform an, auf denen die Studierenden sich ohnehin schon bewegen.

Mit all diesen Fragen wird sich im Rahmen des Arbeitskreises weiter beschäftigt. Damit verbunden ist Folgendes in Planung:

  • Ein Workshop-Tag mit Best Practice-Beispielen bzw. ein (e)Portfolio-Tag. Dazu sollen Experten eingeladen werden, die aus ihren Erfahrungen berichten und weiterhin Verknüpfungen mit anderen Orten hergestellt werden, an denen sich mit (e)Portfolios beschäftigt wird.
  • Ein weitere Idee zur verbesserten Einbindung von (e)Portfolios in Lehre und Lernen ist, das taktische Modell der eTutoren-Ausbildung auf (e)Portfolios zu übertragen und (vorerst als Pilotprojekt) in die Fakultät zu integrieren. Dieses Gemeinschaftsprojekt vom *mms, dem ZHW und dem Schlüsselkompetenzzentrum soll durch speziell ausgebildete eTutoren die Lehrenden mit den didaktischen Rahmenbedingungen des Blended Learning vertraut machen, das Konzept dieser Ausbildung läßt sich problemlos auch auf die Arbeit mit (e)Portfolios übertragen.

Wir werden an dieser Stelle weiter über die Planungen der AG berichten!

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