ePUSH auf der Campus Innovation 2009

Die Campus Innovation 2009 in Hamburg stand unter dem Thema „Change 2.0 – Bildungsreformen im Wandel?!“ und befasste sich übergeordnet mit der Frage, wie Informations- und Kommunikationstechnologien die Umgestaltung der Institution Universität bereits beeinflusst haben und zukünftig mitgestalten werden.
Unser Projekt ePUSH war auf der Campus Innovation mit einem Stand vertreten, um uns vorzustellen, aktuelle Gedanken zum Themenkomplex „neue Medien – neue Studienmöglichkeiten“ aufzugreifen und so an der Ausbildung einer neuen Lehr- und Lernkultur an Universitäten mitzuwirken. Außerdem gestalteten wir den Track „eLearning“ maßgeblich mit. So fand am Freitag auf Initiative des Arbeitskreises „ePortfolio“ aus dem ePUSH-Projekt hin ein Thementag ePortfolio in diesem Track statt. In diesem Rahmen präsentierten sich neben ePUSH auch die anderen vom ELCH geförderten Hamburger eLearning-Projekte.
Nachfolgend noch ein paar Eindrücke, die das ePUSH-Team auf der Campus Innovation gesammelt hat und als Denkanstöße mit in die letzte Projektphase nehmen möchte.

Am ersten Konferenztag gab es einige Anknüpfungspunkte für unser Projekt. So erwähnte Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos in seinem Vortrag zum Thema „eLearning – Services im Spannungsfeld zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung“ beiläufig, dass es in Griechenland seit Oktober diesen Jahres eine Notebookprämie für alle Gymnasiasten in Höhe von 450€ gäbe. Ein weiteres Indiz dafür, dass Bildungseinrichtungen im 21. Jahrhundert auch auf Studierendenseite digitale Infrastrukturen voraussetzen, und eine weitere Bestätigung für die ePUSH-Maßnahme eInfrastruktur, sich dieser Aufgabe zu widmen. Dr. Jochen Robes hielt einen Vortrag zum Thema „eLearning für selbstorganisierte Lerner oder: Didaktik in Zeiten des web 2.0“, in welchem er die Idee des MOOC – „massive open online course“ – anhand eines Beispiels aus Kanada vorstellte. Dabei ist die Beschreibung „ein Projekt aus Kanada“ bereits irreführend, denn der vorgestellte MOOC wurde zwar von den beiden Kanadiern Stephen Downes und George Siemens initiiert und von dort aus koordiniert – das Ideal dahinter ist jedoch bestrebt, solch ein Denken in (Länder-)Grenzen zu sprengen. Schließlich geht es darum, ein Thema auf universitärem Niveau über das Internet mit allen Interessierten weltweit zu bearbeiten. Außer der Notwendigkeit eines Internetzugangs und Zeit gibt es deshalb auch keine Zugangsbeschränkungen wie Abitur, Teilnahmegebühr oder den Zwang zur Investition in Material, das nicht im Internet frei verfügbar ist. Natürlich muss diese Idee des „massive open online course“ an einigen Stellen noch weiter gedacht werden, beispielsweise in der Frage nach wissenschaftlichen Prüfungen und Abschlüssen für die TeilnehmerInnen – sofern sie diesen anstreben. Doch die wichtigste Erkenntnis des Vortrages bleibt davon unberührt. Das alte Ideal, so vielen Menschen wie möglich eine bestmöglichen Bildung zukommen zu lassen, rückt näher an die Realität, wenn auch die Institution Universität die Chancen der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und der damit veränderten Wissenskulturen nutzt. Diese Idee möchte auch ePUSH in der Universität Hamburg weiterhin befeuern und sich von Zweifeln nicht beirren lassen, sondern diese konstruktiv in produktives Arbeiten aufnehmen.

Den zweiten Konferenztag eröffnete Gabi Reinmann mit einer Keynote zum Thema „Königsweg oder Sackgasse? ePortfolios für das forschende Lernen“. Sie arbeitete sehr anschaulich die Möglichkeiten und Bedeutung von ePortfolios heraus, machte aber auch deutlich, dass die Umsetzung viele Stolperstellen bietet.
Beim Thementag ePortfolio im Track eLearning trat das ePUSH-Team dann nicht nur durch seinen Stand, sondern auch durch die Moderation von Prof. Dr. Torsten Meyer, einen Vortrag von Christina Schwalbe und die Teilnahme von Sebastian Ploenges als Studentenstimme am abschließend Podiumsgespräch zum Thema „ePortfolio – Was können Schule und Hochschule voneinander lernen?“ in Erscheinung.

Für das Projekt ePUSH und die daran Beteiligten kann die Campus Innovation durchaus als ein Erfolg und Impuls für die weitere Arbeit im Projekt gewertet werden, auch wenn wir uns durchaus vorstellen können, dass bei weiteren Veranstaltungen noch mehr Augenmerk auf die konkrete didaktische Seite der Nutzung von eLearning gelegt werden könnte.

Die Vortragsaufzeichnungen der ReferentInnen werden Anfang 2010 online gestellt. Eine Bildergalerie mit Impressionen der Veranstaltung ist hier zu finden.

One Comment

  1. Posted 27. Mai 2010 at 09:23 | Permalink

    Hallo, wo finde ich denn die Vortragsaufzeichnung der Referenten in diesem Blog?
    Danke im voraus!

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