Profil zeigen

Stephan Münte-Goussar, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg: Im Internet der social software ist es üblich, ein persönliches Profil zu hinterlassen, d.h. zu zeigen, wer man ist, was man kann, was man mag, wo man ist. Aufmerksamkeit ist gewollt, allseitige Beobachtung wird billigend in Kauf genommen. Die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, aber auch von Selbst- und Fremdbeurteilung verschwimmen.
Dies entspricht der aktuellen pädagogischen Reformbemühung, in der die allgemeine Diagnostik sozial notwendiger Kompetenzen mit deren individueller Selbstdarstellung verschränkt wird. Damit verändert sich das Verhältnis des Subjekts zu sich selbst. An die Stelle einer – ggf. widerständigen – Unterwerfung tritt eine – vernetzte und gegenseitige – freiwillige Selbstkontrolle.

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