Das Paradox des Partizipativen – Social Software in Bildungsprozessen

Ein Vortrag von Christina Schwalbe, Universität Hamburg
Dienstag, 19.05.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Die aktuell zu beobachtenden medientechnologischen und die damit zusammenhängenden kulturellen Veränderungen stellen Bildungsinstitutionen und ihre Akteure vor verschiedene Herausforderungen: Die Institutionen müssen sich in ihren technischen und sozialen Infrastrukturen an die neuen äußeren Gegebenheiten anzupassen. Auf aktuellen Medientechnologien basierende Kommunikationsformen erfordern veränderte Rahmenbedingungen, wie z.B. flexible Computerarbeitsplätze, digitale Infrastruktur wie z.B. CommSy und life, neue Beratungs- und Unterstützungsangebote etc. Gleichzeitig erfordert der kulturelle Wandel, der sich in neuen Kommunikations- und Artikulationsformen, einem sich radikal verändernden Umgang mit Wissen und Information, Verschwimmen von Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit etc. beobachten lässt, neue Konzepte für die Gestaltung von Bildungsprozessen. Dabei ist eine kritische Betrachtung wichtig, das sowohl Chancen als auch Gefahren der neuen Medien berücksichtigt. Wie in den vorherigen Vorträgen bereits aufgezeigt wurde, stehen Web 2.0-Anwendungen wie Weblogs und Social Networks unter dem Verdacht, neoliberale Steuerungsdiskurse zu fördern. Dennoch – oder gerade deswegen – bieten die aktuellen Medien neue Anlässe und neue Räume für Bildungsprozesse. Die neue Öffentlichkeit und permanente Vernetzung ermöglichen neue Chancen zur Partizipation, Kollaboration und Artikulation – und bietet damit als zusätzlicher Lernort neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Bildungsprozessen. Gleichzeitig fördert und fordert die Offenheit und gegenseitige Vernetzung eine permanente gegenseitige Anerkennung und Bewertung. Hier zeigen sich Parallelen zu einem zentralen Paradox des Bildungssystems, gleichzeitig schutzbedürftiger Lernort und kompetitives Selektionssystem zu sein. Chancen und Herausforderungen, die sich innerhalb dieses Spannungsfeldes ergeben, sollen im Vortrag kritisch-konstruktiv diskutiert werden.»

Zur Person:

Christina Schwalbe studierte von 1999 bis 2004 Medientechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ihre Diplomarbeit befasste sich mit dem Thema „Globales Web – Einfluss kultureller Unterschiede in der Farbgestaltung auf die Benutzbarkeit“. Anschließend studierte sie bis 2007 Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. In der Zeit widmete sie sich ebenfalls dem Studium des internationalen Masterprogrammes ePedagogy Design – Visual Knowledge Building an der Universität Hamburg und der University of Art and Design in Helsinki. Ihre Master thesis beschäftigte sich mit dem Thema „Networking in Universities“.
Weiterhin begann sie in den Jahren bis 2007 ihr Engagement im Rahmen des *mms auszubauen. So leitete sie hier Workshops für Microsoft Office, Webpublishing, digitale Bildbearbeitung und MultiMedia-Produktion im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrern.
Nach zahlreichen Mitarbeiten an Projekten wie dem Projekt „KnowledgeFormation/Wissensformation und -formatierung: Von der Zentralperspektive zur Database“ oder dem Projekt „ABK-Online“ der Universität Hamburg, sowie einer wissenschaftlichen Mitarbeit an der TU Harburg im Rahmen des EU-Projektes „WPO-Trainer“ (working-process oriented training programme), ist sie nun schließlich seit Dezember 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin im *mms – MultiMedia Studio im Projekt ePUSH, wo sie die Projektleitung des Teilprojektes CommunityBuilding inne hat und gemeinsam mit Wey-Han Tan das eLearning Büro der Fakultät epb koordiniert.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

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