“Das Internet” als Effekt diskursiver Bedeutungskämpfe

Ein Vortrag von Dr. Tanja Carstensen, TU Hamburg-Harburg, Arbeit – Technik – Gender
Dienstag, 14.07.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Nicht nur Subjekte, auch kollektive Akteure sind in der Situation, sich selbst darstellen, reflektieren, thematisieren, präsentieren und kontrollieren zu müssen. Diese Anforderungen, die für die Subjekte aktuell in Bezug auf das Web 2.0 insbesondere aus gouvernementalitätstheoretischen Perspektiven diskutiert werden, sind für kollektive Akteure in ähnlicher Form, allerdings unter anderen theoretischen Prämissen, bereits in älteren interpretativen Ansätzen der Sozialen Bewegungsforschung formuliert worden.
Kollektive Akteure müssen überzeugende Problemdefinitionen und Selbstdarstellungen produzieren, um als relevant und deutungsmächtig in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden und Unterstützung mobilisieren zu können. Hierfür eigenen sich Diskurse über Technik
in besonderer Weise. Der Vortrag zeigt am Beispiel unterschiedlicher Diskurse über das Internet, inwiefern kollektive Akteure das Reden über das Internet als Möglichkeit nutzen, Selbstbilder zu
produzieren, sich selbst zu thematisieren, zu präsentieren und zu inszenieren, interne Konflikte auszutragen und Selbstverständigungsdebatten zu führen. Dabei können die unterschiedlichsten Herstellungsweisen des Internet beobachtet werden: Während die Akteure um Deutungsmacht kämpfen, wird “das Internet” erst mit diversen Bedeutungen, Eigenschaften und Auswirkungen versehen und relevant gemacht.»

Zur Person:

Tanja Carstensen studierte Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Pädagogik in Marburg und Hamburg. 1998 bis 2000 ging sie der Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit in der Kinobranche nach. 1999 bis 2000 war sie zudem Mitarbeiterin im Aktions- und Forschungsprojekt “zeiten:der:stadt” des Senatsamt für die Gleichstellung Hamburg.
In der Zeit von 2000 bis 2003 erhielt sie ein Promotionsstipendium der Hans Böckler Stiftung. Darüber hinaus war sie freiberufliche Dozentin für Betriebsräteschulungen in Bereich Privater Rundfunk, Film, AV-Produktion und Neue Medien, von 2001 bis 2002 Mitarbeiterin der Technologie- und Innovationsberatung für ArbeitnehmerInnen e.V. Hamburg (TIB), sowie von 2002 bis 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt “E-Empowerment. Die Nutzung des Internet in frauenpolitischen Netzwerken” an der FH Furtwangen.
Seit 2003 ist sie nun wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Hamburg-Harburg, Arbeit-Gender-Technik. 2006 erfolgte ihre Promotion an der Universität Hamburg am Institut für Soziologie mit der Dissertation: “Die interpretative Herstellung des Internet”.

Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Techniksoziologie, Internetsoziologie, Geschlechterforschung, Arbeitssoziologie und Diskursforschung.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

BEAUTY IS THE NEW PUNK. Kontrolle und Kontrollverlust im Zeitalter der Postironie.

Ein performativer Vortrag von Johannes M. Hedinger (Com&Com, Zürich) und Theresa Riess (Kassel)
Dienstag, 07.07.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Im Rahmen des parallel zur Ringvorlesung „Medien & Bildung“ stattfindenden Projektseminars „Kommunikation und kulturelle Innovation im Zeitalter der Postironie und Utopie 2.0“ wurden von Studenten der EPB diverse in der Ringvorlesung theoretisch behandelte Themen und Aspekte aktiv erprobt und umgesetzt.
Thematische Rahmung bildete der anfangs 2009 durch das Künstlerduo Com&Com ausgerufene Begriff der POSTIRONIE, der pauschal für einen Paradigmenwechsel und die Hoffnung auf eine bessere Welt steht, die weitgehend frei von Sarkasmus und Zynismus ist. Postironie meint weiter: – Emotionalität und Mut zum Pathos und grossen Gefühlen. – Authentizität, Nähe und Direktheit. – eine Wiederkehr des Realen, des Einfachen und den Zauber des Alltags. – die Feier des Lebens, die Schönheit, die Liebe und die Wahrheit. – ganzheitliche, emotionale wie spirituelle Nachhaltigkeit und Verantwortung. – Selbstdarstellung, als Individuum, wie in Kollaboration oder Partizipation. – völlige Vorstellungs- und Gestaltungsfreiheit.
Im universitären Setting einer Blockseminars entstanden in sieben Kleingruppen rund ein dutzend freier Projekte an der Schnittstelle zwischen Realität und Virtualität, die durch einen projektbezogenen Blog begleitetet und verbunden wurden.
Inter- und transdisziplinär wurden verschiedene Medien und Mittel wie Internet und Telekommunikation, Fotografie, Video, Print, Design, Performance, Event, Konzept etc.. gewählt und verknüpft. Daraus entstanden Projekte und Manifestationen wie Fotos, Filme, Plakate, Bücher, Musik, Food, Party, Mode, Installationen, ein Maskottchen, Rollenspiele, Web 2.0-Anwendungen (Web, Blog, Twitter, facebook, Google, ..), Partizipationsprojekte, sowie Diskussionen und Aktionen im öffentlichen und virtuellen Raum.
‚Kontrolle und Selbstkontrolle’ war auch im Projektseminars ein zentrales Thema: wie reagieren Studierende, wenn nur wenige Parameter bestimmt sind und (fast) alles offen ist? Wenn das Objekt des Diskurses erst definiert werden muss und man sich nicht auf bestehendes Wissen und das Zusammentragen von Informationen berufen kann, sondern selbst eine eigene Formulierung und Anwendungen von „Postironie“ erschaffen soll? Gefragt waren Eigeninitiative und Kreativität, Mut zur Positionierung der eigenen Meinung und Haltung.
Im Rahmen der Ringvorlesung werden einige Ergebnisse aus dem Projektseminar vorgestellt. Zudem werden durch performative und partizipative Elemente ‚Kontrolle und Kontrollverlust’ thematisiert, sicht- und erlebbar gemacht.»
Im Anschluss an die Ringvorlesung findet ab 21 Uhr eine Postironische Party statt (Astra-Stube, Max-Brauer-Allee 200, Hamburg)

Zu den Personen:

Johannes M. Hedinger (*1971, St.Gallen, lebt in Zürich)
Ausbildung: Studium I: Freie Kunst an der ZHdK Zürich (Diplom) und UCLA Los Angeles (Postgrad.) Studium II: Kunstgeschichte (lic. phil/Master of Arts UZH), Filmwissenschaft und Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Zürich sowie Cultural Studies an der Humboldt Universität Berlin. Seit Ende 2007 Doktorand an der Philosophischen Fakultät Zürich, 2008 SNF-Stipendium und Research Fellow an der Universität der Künste Berlin, 2009-10 Forschungskredit der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte: zeitgenössische Kunst & Provokation, Strategie, Branding, Postironie und Nachhaltigkeit.
Seit 2002 als Dozent für Bildenden Kunst, Medienkunst, Film, Design und Kunstgeschichte tätig; u.a. an der ZHdK Zürich, FHNW Aarau/Basel, Universität Zürich, Universität Hamburg, u.a.
1997 gründete Hedinger zusammen mit Marcus Gossolt das Kunstlabel Com&Com mit dem sie Kunstwerke, Filme, Theaterstücke, Musik, Bücher und Denkmäler produzieren. Bis heute über 100 Ausstellungen in 17 Ländern. Werke von Com&Com wurden u.a. an der Biennale Venedig, im Kunsthaus Zürich und in den Kunst-Werken Berlin präsentiert und befinden sich u.a. in den Sammlungen des Kunsthauses Zürich, des Schweizerischen Landesmuseums und der Sammlung Hauser&Wirth. Für 2010 ist eine Retrospektive inkl. Werkverzeichnis in Vorbereitung. www.com-com.ch

Theresa Riess (*1984, Nürnberg, lebt in Kassel)
Ausbildung: seit 2004 Studium Universität und Kunsthochschule Kassel (Kunstpädagogik und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien, Kunstwissenschaft und Germanistik Magister, Bildende Kunst).
Seit 2004 mehrere Praktika bei KünstlerInnen und in handwerklichen Betrieben. Seit 2006 div. Unterrichtsprojekte, Schulpraktika und Workshops mit Jugendlichen. 2006/2007 Mitarbeit Projekt www.fragen-zur-kunst.de. 2007 Austauschprogramm mit der Parson New School in New York. 2007 Praktikum im documenta 12 Projekt: Die Welt bewohnen; Führungen auf der documenta12, Entwicklung eines Projekts für „aushecken“. Seit 2007 Mitglied des Leitungsteams des Ausstellungsraum„Stellwerks“ im Kulturbahnhof Kassel. Im Rahmen des Gewinns des KISS-Stipendium 2008 erste Zusammenarbeit mit Com&Com/Johannes M. Hedinger. Projekt: cc-space.
Seit 2005 mehrere Gruppenausstellungen in Deutschland. Bei der bevorstehenden Jahresausstellung der Kunsthochschule Kassel 2009 stellt Riess im eigens dafür errichteten temporären Ausstellungsraum „schöne Aussicht 1a“ aus.

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Maschinen des Wissens und Maschinen der Kontrolle. Welche Rolle spielt Google in der Bildung?

Ein Vortrag von Theo Röhle, Universität Hamburg
Dienstag, 30.06.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Der wachsende zeitliche und ökonomische Druck lässt Lernende Informationen dort suchen, wo sie am schnellsten gefunden werden können: bei Suchmaschinen. Gerade in Bildungszusammenhängen wirft der Einsatz dieser Vermittlungsinstanzen jedoch vielfältige Fragen auf. Oft beklagt worden ist der Verlust des Zusammenhangs beim Informations- und Wissenserwerb, auch die algorithmische Bevorzugung bestimmter Inhalte ist ein relevantes Problem. Ein Aspekt, der bisher weniger Beachtung gefunden hat, ist die kommerzielle Ausrichtung der Suchmaschinen. Suchmaschinen erwirtschaften Gewinn, indem sie Nutzerdaten in möglichst effektive Werbestrategien einbinden. Sie betätigen sich dadurch als Übersetzer von Informationsbedürfnissen in Konsumtionsbedürfnisse. Der Vortrag geht der Art und Weise dieser Datensammlung und -verarbeitung auf den Grund. Aus der Perspektive eines gouvernmentalen Machtkonzepts wird erörtert, welcher Preis dafür zu zahlen ist, dass Informationserwerb unter der Kontrolle eines zentralen Vermittlers stattfindet – und was dagegen zu tun ist.»

Zur Person:

Theo Röhle studierte Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Stockholm und Typographic Design and Graphic Communication in London. Von 2004 bis 2006 hatte er Lehraufträge am Institut für Journalistik, Medien und Kommunikation der Universität Stockholm und an der Uni Hamburg am Institut für Medien und Kommunikation. Weiterhin arbeitete er als Webdesigner und im Verlagswesen (Halem Verlag).
Seit dem Sommersemester 2008 nimmt Theo Röhle am postgradualen Studiengang “Master of Higher Education” am Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg teil und ist Promotionsstudent im Fach Medienkultur an der Uni Hamburg.
Ab Juli 2009 schließlich wird er Postdoktorand am Graduiertenkolleg “Automatismen” in Paderborn sein ( Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur widmen).

Seine Dissertation mit dem Titel “Dispositiv Google” beschäftigt sich aus machttheoretischer Perspektive mit dem Thema Suchmaschinen. Schwerpunkte sind das Tracking von Nutzerdaten, Data Mining und Konsumenten-Targeting im Bereich der Suchmaschinen.
Mehr Informationen: Netzmedium.de.

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Rechtsfragen im Web – Urheberrecht, Persönlichkeits- und Datenschutz im Internet und Web 2.0

Ein Vortrag von Till Kreutzer, Büro für informationsrechtliche Expertise
Dienstag, 23.06.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Bei der Nutzung von Internet und Web 2.0 ergibt sich eine Vielzahl von Rechtsfragen. Dies stellt gerade Jugendliche, Eltern, Lehrer und andere Pädagogen – häufig sogar Rechtsexperten – vor ganz neue Herausforderungen. In der „analogen Welt“ spielten Urheberrecht, Persönlichkeits- und Datenschutz für den Nutzer eine sehr untergeordnete Rolle. Denn Äußerungen und Handlungen im rein privaten Umfeld haben meist geringe Auswirkungen und werden dementsprechend auch rechtlich in vielerlei Hinsicht anders beurteilt als solche, die sich an die Öffentlichkeit richten. Gerade hierin liegt jedoch das Potenzial des Web und moderner Informationstechnologie derer sich heute Privatnutzer wie Profis täglich bedienen. Hiermit einhergehende Rechtsfragen, wie: Dürfen fremde Inhalte auf die eigene Webseite gestellt werden? Ist die Nutzung von Tauschbörsen, sind Downloads von Musik aus dem Internet erlaubt? Dürfen Personenabbildungen auf Plattformen eingestellt werden und was ist hierbei zu beachten? Was muss ich im Umgang mit (vor allem meinen eigenen) personenbezogenen Daten im Web 2.0 berücksichtigen? überfordern nicht nur Jugendliche, sondern auch deren Erziehungsberechtigte und Pädagogen. Aufklärung ist hier dringend geboten, denn Rechtsverletzungen im Web werden immer häufiger rigoros verfolgt. Abmahnungen gegen Teenager und deren Eltern wegen Musik-Tausch im Internet. Anwaltsschreiben wegen eines Stadtplanausschnitts auf der Vereins- oder Schulwebseite. Juristische Schritte wegen bei Facebook eingestellter Partyfotos. Rechtliche Fallen lauern an vielen Stellen – häufig ohne dass die Betroffenen damit rechnen.
Eine umfassende Darstellung der „Rechtsfragen im Internet“ ist insofern unmöglich. Statt dessen wird in der Vorlesung ein Überblick über einige ausgewählte Rechtsfragen im Web und Web 2.0 anhand praktischer Beispiele gegeben. Dies soll der Orientierung dienen und dazu, ein Empfinden für einige der wesentlichen Rechtsfragen zu entwickeln, die bei der Nutzung des Web zu beachten sind.»

Zur Person:
Dr. iur Till Kreutzer (geb. 1971) ist Rechtsanwalt und Partner von i.e., dem Büro für informationsrechtliche Expertise in Hamburg. Er ist assoziiertes Mitglied des Forschungsbereichs Medien- und Telekommunikationsrecht am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg und Mitglied des “Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software“ (ifrOSS). Er lehrt an verschiedenen Institutionen Urheber-, Marken-, Datenschutz- und Persönlichkeitsrecht (u. a. an der Akademie für Publizistik und der Evangelischen Journalistenschule). Er ist zudem Gründungsmitglied und Redakteur (Leiter Ressort Recht) von iRights.info, dem mehrfach prämierten (u. a. Grimme-Online-Award 2006) Internetportal für Verbraucher und Kreative zum Urheberrecht in der digitalen Welt. Im Rahmen der Reform des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft war er als Sachverständiger zu den Anhörungen des Rechtsausschusses im Bundestag zur Verabschiedung des “Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft” (“Erster und Zweiter Korb”) geladen und war Mitglied der Hauptarbeitsgruppe, welche die Bundesregierung zur Erarbeitung des “Zweiten Korbes” einberufen hat. Er ist Dozent für E-Learning und Entwickler verschiedener E-Learning-Module und anderer Lern- und Informationsmaterialien zum Thema E-Learning und Recht, unter anderem dem für den „European eLearning Award eureleA 2008“ ausgezeichneten Leitfaden „Rechtsfragen bei E-Learning“. Im Übrigen ist er Autor einer Vielzahl verschiedener Veröffentlichungen zu informationsrechtlichen Themen in Fach- und Publikumsmedien (z.B. GRUR, CR, MMR, ZUM, brand eins, Telepolis, Süddeutsche Zeitung, EPD Medien, Stern). Seine Dissertation „Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen“, die er bei Prof. Dr. Hoffmann-Riem geschrieben hat, ist Ende 2008 im Nomos Verlag erschienen.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

Da Till Kreutzer aus Zeitgründen den Vortrag nicht in ganzer Länge halten konnte können Sie hier die gesamte Präsentation noch einmal nachlesen.

MeinProf.de – Chancen und Grenzen öffentlicher Lehrevaluation

Ein Vortrag von Thomas Metschke, MeinProf.de
Dienstag, 16.06.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Im Vortrag wird das Projekt MeinProf kurz präsentiert. Die Entwicklung der Plattform in den letzten Jahren wird aufgezeigt und die Kritik am Projekt vorgestellt. Im Anschluss werden die Zukunftspläne der Plattform erläutert. Zum Schluss des Vortrages werden Chancen und Grenzen öffentlicher Lehrevaluation diskutiert. Der Vortrag soll zu jedem Zeitpunkt die Diskussion und den Austausch zwischen Publikum und Vortragen ermöglichen. Fragen können gern auch schon vorab hier als Kommentar gesammelt werden.»

Zur Person:
Thomas Metschke, 1982 geboren, studierte Physikalische Ingenieurwissenschaft mit den Schwerpunkten Mathematik, Numerik und Simulation, Strömungslehre und Qualitätswissenschaften an der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität Wien. Derzeit ist derzeit VP Marketing & Sales bei der Peritor GmbH in Berlin und Vorstandsvorsitzender des MeinProf e.V.

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Forschendes Lernen und wissenschaftliches Prüfen: Die potenzielle und faktische Rolle der digitalen Medien

Ein Vortrag von Prof. Dr. Gabi Reinmann, Medienpädagogik, Universität Augsburg
Dienstag, 09.06.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Unscheinbar platziert, findet man im Profil des Zentrums für Hochschul- und Weiterbildung in Hamburg den Verweis auf eine Schrift der Bundesassistentenkonferenz zum forschenden Lernen und wissenschaftlichen Prüfen – eine Expertise, verfasst im Jahre 1970. Viele der dort thematisierten Probleme sind nach wie vor ungelöst, einige Lösungsvorschläge bereits mehrfach neu erfunden oder in Vergessenheit geraten. Andere Passagen dagegen muten geradezu revolutionär an. Digitale Technologien spielten in den 1970er Jahren für die Hochschullehre noch keine nennenswerte Rolle. Hier haben wir heute eine gänzlich andere Situation. Die Verfügbarkeit und Qualität der digitalen Medien eröffnen uns aktuell neue Umsetzungsmöglichkeiten für Lehr-Lernszenarien und -methoden, manchmal auch neue oder erweiterte Ziele für ein forschendes Lernen und wissenschaftliches Prüfen. Meine Frage ist: Was hat sich verändert, was ist gleichgeblieben und was haben wir erreicht? In meinem Vortrag werde ich die Expertise von 1970 als Ausgangspunkt nehmen und herausarbeiten, welche Ziele, Probleme und Lösungsvorschläge vor 40 Jahren formuliert wurden. Dem möchte ich jeweils aktuelle Ziele, Probleme und Lösungsvorschläge gegenüberstellen und dabei allem voran die Rolle der digitalen Medien diskutieren. Obschon ich mich auf die Mikroebene der Hochschullehre konzentrieren werde, ist es unumgänglich, ab und zu auch auf die Makroebene zu wechseln und grundlegende Änderungen in den universitären Rahmenbedingungen zu reflektieren.»

Zur Person:
Gabi Reinmann, 1965 geboren, studierte Psychologie, promovierte in den Fächern Psychologie, Pädagogik und Psycholinguistik an der Ludwigs-Maximilians-Universität München und war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin am Institut für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie (am Lehrstuhl von Prof. Mandl).
Ihre Habilitation zum Thema Wissensmanagement erfolgte im Jahr 2000. In dieser Zeit ging sie weiterhin einer nebenberuflichen Beratertätigkeit beim Unternehmensreferat Wissensmanagement der Siemens AG nach. Seit 2001 schließlich ist sie Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg mit dem Schwerpunkt Wissen, Lernen, Medien (E-Learning/Blended Learning und Wissensmanagement).
Des weiteren ist Gabi Reinmann seit 2008 VHB-Beauftragte der Universität Augsburg, Mitherausgeberin der Reihe Lernen mit neuen Medien (Huber Verlag) und der Zeitschrift für E-Learning – Lernkultur und Bildungstechnologie (StudienVerlag) und seit 2008 Mitglied im GMW-Vorstand und im wissenschaftlichen Beirat des Medidaprix etc..

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Forschen und Lehren in der Öffentlichkeit

Ein Vortrag von Jun. Prof. Dr. Christian Spannagel, PH Ludwigsburg
Dienstag, 26.05.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Der Wissenschaft wird oft vorgeworfen, zu theoretisch zu arbeiten und dabei Praxiskontexte zu vernachlässigen („Elfenbeinturm“). Öffentliche Wissenschaft hingegen versucht, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Im Rahmen prozessorientierter öffentlicher Wissenschaft sollen dabei nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse allgemeinverständlich aufbereitet, sondern Menschen außerhalb des universitären Betriebs direkt in den Prozess der wissenschaftlichen Wissenskonstruktion eingebunden werden. Hierfür bietet sich der Einsatz von Web-2.0-Anwendungen an.
In dem Vortrag werden Grundkonzepte prozessorientierter öffentlicher Wissenschaft vorgestellt. An vielen Beispielen wird gezeigt, wie jeder einzelne Wissenschaftler Wikis, Weblogs und Twitter einsetzen kann, um sowohl seine Forschung als auch seine Lehre transparenter zu gestalten und Menschen außerhalb des Hochschulbetriebs in seine Arbeit einzubinden. Insbesondere im Kontext öffentlicher Lehre wird dabei auch auf die motivationalen Effekte der Öffnung von Lehrveranstaltungen eingegangen.»

Zur Person:
Christian Spannagel studierte von 1997 bis 2003 Informatik und Psychologie an der technischen Universität Darmstadt. Anschließend war er bis 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungs- und Nachwuchskolleg “Fachintegratives Lernen mit digitalen Medien” (FuN-FiLM) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.
2006 erfolgte seine Promotion (Dr. paed.) mit einer Dissertation zum Thema “Benutzungsprozesse beim Lernen und Lehren mit Computern”.
Seit April 2008 ist er Juniorprofessor an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und hat seit April 2009 eine Professurvertretung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg inne.
Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

Christian Spannagel hat einen Wiki-Bereich vorbereitet, in dem man jetzt schon im Vorfeld zum Themenbereich des Vortrags diskutieren kann. Dies ist bereits ein Element öffentlicher Wissenschaft: Vorträge können über die 90 Minuten hinaus im Vorfeld und auch danach intensiv diskutiert werden, und Personen können sich einbringen, die selbst nicht zu dem Vortrag kommen können.

Das Paradox des Partizipativen – Social Software in Bildungsprozessen

Ein Vortrag von Christina Schwalbe, Universität Hamburg
Dienstag, 19.05.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Die aktuell zu beobachtenden medientechnologischen und die damit zusammenhängenden kulturellen Veränderungen stellen Bildungsinstitutionen und ihre Akteure vor verschiedene Herausforderungen: Die Institutionen müssen sich in ihren technischen und sozialen Infrastrukturen an die neuen äußeren Gegebenheiten anzupassen. Auf aktuellen Medientechnologien basierende Kommunikationsformen erfordern veränderte Rahmenbedingungen, wie z.B. flexible Computerarbeitsplätze, digitale Infrastruktur wie z.B. CommSy und life, neue Beratungs- und Unterstützungsangebote etc. Gleichzeitig erfordert der kulturelle Wandel, der sich in neuen Kommunikations- und Artikulationsformen, einem sich radikal verändernden Umgang mit Wissen und Information, Verschwimmen von Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit etc. beobachten lässt, neue Konzepte für die Gestaltung von Bildungsprozessen. Dabei ist eine kritische Betrachtung wichtig, das sowohl Chancen als auch Gefahren der neuen Medien berücksichtigt. Wie in den vorherigen Vorträgen bereits aufgezeigt wurde, stehen Web 2.0-Anwendungen wie Weblogs und Social Networks unter dem Verdacht, neoliberale Steuerungsdiskurse zu fördern. Dennoch – oder gerade deswegen – bieten die aktuellen Medien neue Anlässe und neue Räume für Bildungsprozesse. Die neue Öffentlichkeit und permanente Vernetzung ermöglichen neue Chancen zur Partizipation, Kollaboration und Artikulation – und bietet damit als zusätzlicher Lernort neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Bildungsprozessen. Gleichzeitig fördert und fordert die Offenheit und gegenseitige Vernetzung eine permanente gegenseitige Anerkennung und Bewertung. Hier zeigen sich Parallelen zu einem zentralen Paradox des Bildungssystems, gleichzeitig schutzbedürftiger Lernort und kompetitives Selektionssystem zu sein. Chancen und Herausforderungen, die sich innerhalb dieses Spannungsfeldes ergeben, sollen im Vortrag kritisch-konstruktiv diskutiert werden.»

Zur Person:

Christina Schwalbe studierte von 1999 bis 2004 Medientechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ihre Diplomarbeit befasste sich mit dem Thema “Globales Web – Einfluss kultureller Unterschiede in der Farbgestaltung auf die Benutzbarkeit”. Anschließend studierte sie bis 2007 Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. In der Zeit widmete sie sich ebenfalls dem Studium des internationalen Masterprogrammes ePedagogy Design – Visual Knowledge Building an der Universität Hamburg und der University of Art and Design in Helsinki. Ihre Master thesis beschäftigte sich mit dem Thema “Networking in Universities”.
Weiterhin begann sie in den Jahren bis 2007 ihr Engagement im Rahmen des *mms auszubauen. So leitete sie hier Workshops für Microsoft Office, Webpublishing, digitale Bildbearbeitung und MultiMedia-Produktion im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrern.
Nach zahlreichen Mitarbeiten an Projekten wie dem Projekt “KnowledgeFormation/Wissensformation und -formatierung: Von der Zentralperspektive zur Database” oder dem Projekt “ABK-Online” der Universität Hamburg, sowie einer wissenschaftlichen Mitarbeit an der TU Harburg im Rahmen des EU-Projektes “WPO-Trainer” (working-process oriented training programme), ist sie nun schließlich seit Dezember 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin im *mms – MultiMedia Studio im Projekt ePUSH, wo sie die Projektleitung des Teilprojektes CommunityBuilding inne hat und gemeinsam mit Wey-Han Tan das eLearning Büro der Fakultät epb koordiniert.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.