ÜberSetzungen

November 16th, 2011,

Heinze, Martin; Loch-Falge, Joachim, Offe, Sabine (Hg.): ÜberSetzungen. Verstehen und Missverstehen in Psychiatrie und Kulturtheorie. Berlin: Parados (2011)
Darin Pazzini, Karl-Josef: Übertragung bearbeiten ist übersetzen, S. 85 – 99.

Übersetzen ist immer ein Risiko. Wer über-setzt, von einem Ufer ans andere, von einer Sprache in die andere, von einer akademischen Disziplin in eine andere, läuft Gefahr, unterzugehen, sich nicht verständlich machen zu können, etwas misszuverstehen. In den Texten dieses Bandes geht es um dieses Risiko. Sie führen vor, wie in der Praxis und Theorie von Psychiatrie, Psychoanalyse, Philosophie und Kulturwissenschaft, wie zwischen Subjekten, Disziplinen und Kulturen im Übersetzen Sinn erzeugt, gedeutet, verändert und verfehlt wird. Nur solche Arbeit entlang der individuellen und gesellschaftlichen Grenzen von Verstehen und Missverstehen macht diese Grenzen erkennbar und verschiebt und erweitert sie – vielleicht – im Übersetzen.

Weitere Informationen zu diesem Band finden Sie auf der Seite von PARODOS.

Lehr-Performances

November 16th, 2011,

Zahn, Manuel; Pazzini, Karl-Josef: Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens. Wiesbaden: Springer Fachmedien VS Verlag (2011)

Darin: Pazzini, Karl-Josef: Vorwort. zus. mit Zahn, Manuel: Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens, S. 7 – 15.
und:
Pazzini, Karl-Josef: Kann man Übertragung sehen? – Lehren heißt, individuelle Grenzen überschreiten, S. 189 – 202.

Lassen sich in der Analyse von »Lehrer-Filmen« Teile bestimmter bildungspolitischer, gesellschaftlicher oder kultureller Diskurse freilegen? Ist der Film ein archäologisches Instrument, das durch audiovisuelle Bilder Imaginationsschichten des Lehrens abträgt? Die AutorInnen dieses Bandes betrachten und analysieren aus unterschiedlichen – nicht nur erziehungswissenschaftlichen – Perspektiven die Lehr- und Lehrerdarstellungen in internationalen Spielfilmen, in Fernsehfilmen und TV-Serien. Dabei erschließen sie eine Form der Empirie, die der Film in seiner fiktionalen Verdichtung gegenwärtiger Realität des Lehrens bietet. Durch den konsequenten und theoretisch vielfältigen Bezug auf das filmische Material entsteht ein methodisch interessanter und breiter Einstieg in die andauernde Diskussion um den Lehrerberuf, in historische Betrachtungen und systematische Fragen des Lehrens, des Lernens und ihrer Institutionen.

Weitere Informationen zu diesem Band finden Sie auf der Seite des VS-Verlags.

 

 

Vorlesung: Das psychoanalytische Konzept der Übertragung. Seine Bedeutung für Bildungstheorie

September 1st, 2011,

Wie kommt etwas vom Einen zum Anderen, was macht Beziehung zwischen Menschen und Gegenständen? Wie verändern sich Individuen im Kontakt. Was davon kann man wissen? Wann? Und wie schafft man Bedingungen dafür? Das Konzept der Übertragung gehört zu den zentralen Formulierungen der Psychoanalyse. Es stammt aus einem vielfältigen Metaphernvorrat unterschiedlicher Disziplinen. Das Konzept der Übertragung ist so verstörend, dass es selbst in der Psychoanalyse oft stiilgestellt wurde. Die Unterscheidungen zwischen Innen und Außen, Subjekt und Objekt, Individuum und Gesellung stehen zur Disposition. Zurechenbarkeit und Eigentum werden fraglich. Übertragung hat eine Nähe zur Liebe. Sie ist infektiös, arbeitet mit Unterstellungen. Übertragung findet statt und zwar unbewusst, auch in pädagogischen Prozessen. Michael Wimmer z.B. vermutet, dass der Übertragungsbegriff die Nachfolge des Autoritätsbegriffs antritt. Es bedarf avancierter wissenschaftlicher Methodik, um das Konzept immer wieder anders zu formulieren und die Praxis entsprechend auszuhalten. Strukturell ähnliche Problemstellung finden sich in der Immunologie, inder Quantenphysik, der Architektur, der Filmtheorie usw.
Die Vorlesung wird einzelne Aspekte entfalten.

Grenzen der Darstellbarkeit

September 1st, 2011,

Examenskolloquium

In vielen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Kunstpädagogik und der Erziehungswissenschaft wird die Darstellung und die Darstellbarkeit des Forschungsprozesses und seiner Ergebnisse selber zu einem Gegenstand. Wieweit wird die Darstellung selber vom Gegenstand affiziert? Wie kann man Medienwechsel in den jeweiligen Arbeiten thematisieren? Der Titel ist der Traumdeutung Freuds entnommen.
Arbeitsweisen: Vorstellung von Forschungsvorhaben, Auseinandersetzung mit Beispielen.

Voraussetzung: Anmeldung bei einem der Veranstalter mit einer Beschreibung des Forschungsvorhabens.
Für die Scheinvergabe ist die Vorbereitung einer Sitzung mit einem schriftlichen Beitrag und die Anfertigung eines Protokolls einer Sitzung Voraussetzung.
Hinweise zur Vorbereitung auf die Veranstaltung ergeben sich aus den Gesprächen mit den Veranstaltern.

Vorlesung: Einführung in die Erziehungswissenschaft

September 1st, 2011,

1. Der Gegenstand der Erziehungswissenschaft ist nicht einfach gegeben. Er wird konstruiert.
2. Erziehungswissenschaft ist folglich nicht einfach, sondern vielfältig und komplex.
3. Erziehung, Bildung und Sozialisation werden in Bewegung gehalten durch die Prozessmerkmale Bindung und Entbindung. Wissenschaft ist auch davon geprägt.
4. Deshalb ist es riskant, sich ein Bild von der Erziehungswissenschaft und ihrem Gegenstand zu machen.
In der Vorlesung werden grundlegende Begriffe, Konzepte und Theorien der Erziehung, der Bildung, der Sozialisation, der Entwicklung, des Lernens sowie der gesellschaftlichen Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen eingeführt. Gefragt wird nach deren Entstehung und Veränderung, nach kulturellen, sprachlichen und sozialen Differenzen.
Angedeutet werden grundlegende wissenschaftstheoretische und methodische Ansätze der Erziehungswissenschaft.

Entwicklung kunstpädagogischer Fragestellungen aus den künstlerischen Studienarbeiten

September 1st, 2011,

Während des Studiums werden künstlerische Studienarbeiten angefertigt. Die dortigen Erfahrungen können Ausgangspunkt werden für Fragen an die Vermittlung von Kunst in pädagogischen Situationen. Hierzu ist eine Übersetzungsarbeit zu leisten. Zur Strukturierung dieser Übersetzungsarbeit ist es sinnvoll, sich auf vorhandene fachdidaktische Entwürfe zu beziehen (ablehnend, zustimmend, modifizierend), Vergleiche anzustellen zu den Erfahrungen mit eigenem Unterricht im Fach Bildende Kunst.

In der Hoffnung auf weitere Produktion – Universität Hamburg

Mai 26th, 2011,

trotz Sparkurs des Politischen Senats (sprich SPD)

Trotz Sparkurs des Politischen Senats, sprich SPD

Neuerscheinung Theorie Bilden

Mai 15th, 2011,

Ingrid Lohmann, Sinah Mielich, Florian Muhl, Karl-Josef Pazzini, Laura Rieger, Eva Wilhelm (Hg.)

Schöne neue Bildung?
Zur Kritik der Universität der Gegenwart

Mai 2011, 242 S., kart., zahlr. Abb., 25,80 €
ISBN 978-3-8376-1751-1
Reihe Theorie Bilden

Der »Bologna-Prozess« hat zu einer umfassenden Strukturreform des Hochschulwesens geführt. Massive öffentliche Kritik entzündet sich insbesondere am Bachelor-/Master-System mit seiner starken Ausbildungsorientierung. Die Universität muss jedoch auch ganz andere gesellschaftliche Zwecke erfüllen. Wie kann sie – gegen den neoliberalen Zeitgeist – weiterhin ihrem Auftrag zur Mitgestaltung einer humanen, toleranten und friedlichen Welt gerecht werden?Der Band zeichnet aus historischer, philosophischer, pädagogischer sowie sozialpolitischer Perspektive ein kritisches Bild der Universität der Gegenwart.

Neuerscheinung Kunst und Kulturwissenschaft

Mai 11th, 2011,

Doris Schuhmacher-Chilla, Nadia Ismail, Elke Kania (Hgg.)

Image und Imagination

Transformationen der Sichtbarkeit in der bildenden Kunst

(Kunst und Kulturwissenschaft in der Gegenwart, herausgegeben von Doris Schuhmacher-Chilla, Bd. 4)

1. Auflage 2011, 340 Seiten mit 30 farbigen und 85 schwarzweißen Abb.,

Broschur 14 x 21 cm, ISBN 978-3-89896-442-5, 27,50 Euro, 47,00 sFr

Bestellungen werden vom Verlag zur Auslieferung unmittelbar nach Erscheinen vorgemerkt

Image erfordert Imagination Erst durch Imagination entstehen Bilder. Weiter lesen »

Ornament als Verbrechen

April 14th, 2011,
Schon Adolf Loos schrieb 1908 vom „Ornament als Verbrechen“. Offenbar halten viele Kultur- und Wissenschaftsminister/innen und Senator/innen Forschung in der Lehrerausbildung, in der Fachdidaktik, die der Künste erst recht und in einem speziellen Fall an der LMU in München der Fachdidaktik der Bildenden Kunst für Ornament.
Es bleibt nichts anderes, als hier als Freunde des Verbrechens aufzutreten:
Wir halten nach wie vor und gerade jetzt Forschung in den Didaktiken und der Lehrerausbildung für dringend erforderlich. Schulpraxis und die dort entwickelten Erfahrungen gilt es, forschend zu erheben und transformiert weiterzugeben. Das geht nicht ausschließlich durch Vormachen und Nachahmen. Es braucht Reflexionen, also systematischer Brüche um Differenzierung zu erzeugen, das Schulwesen weiterzuentwickeln.
Deshalb halten wir das Beispiel des Vorgehens an der LMU mit der Ausschreibung einer „Lehrprofessur (W2) auf Zeit (6 Jahre/tenure track) für Didaktik der Bildenden Künste
Mit den AUFGABEN: Die Professur vertritt das Fach Kunstdidaktik in Lehre und Forschung. Die Lehrverpflichtung beträgt 14 Wochenstunden. Zudem wird eine angemessene Beteiligung an Aufgaben der akademischen Selbstverwaltung erwartet.“ für indiskutabel.
Bei einer solchen Aufgabenstellung ist eine kontinuierliche Forschung nicht zu leisten und offenbar auch nicht erwünscht.
Johannes Kirschenmann & Karl-Josef Pazzini
PS
Sagen wir doch, das Ornament sei das Übermaß an Lehre, dann können wir Adolf Loos wieder recht geben:
„Der chinesische schnitzer arbeitet sechzehn stunden, der amerikanische arbeiter acht. Wenn ich für eine glatte dose so viel zahle wie für eine ornamentierte, gehört die differenz an arbeitszeit dem arbeiter.“

Hierzu
können Sie einen Aufruf des BDK auf
unterzeichnen.

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