Erziehungswissenschaft unter bes Berücksichtigung der Didaktik der Ästhetischen Erziehung (Schwerpunkt: Bildende Kunst in der gymnasialen Oberstufe)
* 1950
Wind, vorgestern auch schon
Kunstpädagogische Zusammenhänge

Anlässlich seines Gangs in den Ruhestand haben Andrea Sabisch, Torsten Meyer und ich Wolfgang Legler ein Buch geschenkt. Unter dem Titel “Kunstpädagogische Zusammenhänge” sind seine wichtigsten Texte zur Fachdidaktik und zur ästhetischen Bildung in einem handlichen Buch vereinigt. Der Titel des Buchs ist programmatisch gewählt: Kunstpädagogische Zusammenhänge verweisen auf Kontexte, in denen Fachdidaktik und ästhetische Bildung »verortet« werden müssen. Es geht um den »disziplinären Ort« der Fachdidaktik in ihrem Verhältnis zur Allgemeinen Didaktik und zur (allgemeinen) Erziehungswissenschaft.
Jenseits isolierter kunstpädagogischer Einzelpositionierungen denkt Wolfgang Legler in seinen Schriften darüber nach, welche Verhältnisse zwischen Selbst und Welt – Sehen, Denken, Machen – für die Kunstpädagogik eigentlich konstitutiv sind. Er fragt nach den Relationen von Kunstpädagogik und Gesellschaft und der besonderen Verantwortung von Kunst und Kunstpädagogik im Insistieren auf nicht-instrumentelle Zugänge der Erfahrung und des Verstehens von Welt.
Wolfgang Legler: Kunstpädagogische Zusammenhänge. Schriften zur Fachdidaktik und zur ästhetischen Bildung. Herausgegeben von Torsten Meyer, Karl-Josef Pazzini und Andrea Sabisch, ATHENA 2009 (Pädagogik: Perspektiven und Theorien, herausgegeben von Johannes Bilstein, Bd. 11)
Ab sofort kann dieses Buch käuflich erworben werden, z.B. bei: Bestellung bei ATHENA
Fakultätsrat murrt
Hoffnungsschimmer
Vielleicht dient das dem besseren Verständnis des Wissenschaftsförderungsgesetzes
taz nord, 9.5.09
Blockade von oben
UNI-KONFLIKT Der gewählte Dekan für Geisteswissenschaften muss noch
von der Uni-Präsidentin bestätigt werden. Die soll das aber schon im
Vorfeld ausgeschlossen haben
VON MICHAEL DREISIGACKER
Die Sitzung dauerte länger als geplant, aber am Ende stand die
Entscheidung: Hans-Martin Gutmann soll neuer Dekan der Fakultät für
Geisteswissenschaften an der Hamburger Uni werden. Der Fakultätsrat
hatte sich am späten Mittwochnachmittag einstimmig dafür entschieden.
Nun muss noch das Präsidium der Uni zustimmen.
Dies gilt allerdings als ungewiss. Denn der Gewählte bewegt sich
inhaltlich auf Konfrontationskurs mit der Präsidentin Monika Auweter-
Kurtz. In seinem Bewerbungsschreiben profiliert sich der Theologe als
Anhänger des humboldtschen Wissenschaftsideals. Er möchte die
demokratische Entscheidungsstruktur stärken und bemängelt deutlich die
Politik der Zentralisierung und Ökonomisierung, die seit dem
Amtsantritt von Auweter-Kurtz vorangetrieben wird. Ebenso will Gutmann
die neuen Bachelor-Studiengänge einer Prüfung unterziehen.
Wie aus einem der taz vorliegenden Papier aus dem Fakultätsrat
hervorgeht, hatte Auweter-Kurtz schon im Vorfeld versucht, die Wahl
Gutmanns zu verhindern. Nachdem sich eine eingesetzte
Findungskommission mit großer Mehrheit für den Theologen aussprach,
soll die Präsidentin in einem Gespräch deutlich gemacht haben, dass
sie den Kandidaten nicht bestätigen werde. Sie bevorzuge eine
Professorin, die wie sie aus Baden-Württemberg kommt. In der
Findungskommission, an deren Sitzungen auch Auweter-Kurtz teilnahm,
hatte die externe Kandidatin die Mehrheit weit verfehlt. Kurz vor der
Wahl am Mittwoch zog sie ihre Kandidatur zurück.
In dem Papier heißt es weiter, Auweter-Kurtz habe nach Bekanntwerden
des Kommissionsergebnisses mitgeteilt, die Fakultät müsse der Uni-
Leitung 1,4 Millionen Euro zurückzahlen. “Diese Summe kam aus heiterem
Himmel”, heißt es aus dem Fakultätsrat. Das Präsidium habe versucht,
mit diesem “Schreckgespenst” die Einheit der Fakultät zu beschädigen,
so die Vermutung. Als Reaktion auf die Forderung habe die von Auweter-
Kurtz eingesetzte Übergangs-Dekanin bereits angeordnet, Stellen zu
benennen, die gestrichen werden können.
“Nötigung”, nennt das ein Mitglied des Fakultätsrats. Nachdem die
Präsidentin vor zwei Jahren alle Mitarbeiter anwies, Presse-Anfragen
nur noch nach Abstimmung mit dem Präsidium zu beantworten, scheint ein
regelrechtes Klima der Angst an der Uni zu herrschen. Das
Fakultätsmitglied meldet sich nur über einen Kontaktmann und mit
unterdrückter Nummer. Es sei “verheerend” für das
Demokratieverständnis junger Menschen, wenn Basis-Entscheidungen
ignoriert würden und von oben signalisiert werde, “man hat eh’ nichts
zu melden”, sagt das Mitglied.
Der Fakultätsrat, dem Studierende, Professoren und sonstige
Mitarbeiter angehören, ist das letzte verbliebene Gremium, in dem
Studenten in den Fakultäten mitentscheiden dürfen. Die
Fachbereichsräte existieren seit dem Inkrafttreten des letzten
Hochschulgesetzes nicht mehr.
Für die Bestätigung Gutmanns ist dem Präsidium keine Frist gesetzt.
Der Gewählte selbst hofft, dass bald eine Entscheidung fallen wird,
geht aber nicht davon aus. “Die werden das aussitzen”, sagt Gutmann.
Bestätigt die Präsidentin den gewählten Dekan nicht bis Oktober, kann
sie einen weiteren Übergangs-Dekan einsetzen. Weder vom Präsidium noch
von der Pressestelle der Uni war am Freitag eine Stellungnahme zu
erhalten. Laufende Verfahren könne man nicht kommentieren, hieß es.
http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/?dig=2009%2F05%2F09%2Fa0051&cHash=2c21b2eb80
Wissenschaftsförderungsgesetz
Das, was einmal schlicht “Hochschulgesetz” hieß, wird zum Wissenschaftsförderungsgesetz – so wie es auch Tourismusförderung gibt. Schon dass ein Gesetz als “förderlich” bezeichnet werden muss, darf skeptisch stimmen. (Sind Gesetze nicht immer in einer Demokratie so angelegt, dass sie das Zusammenleben, -handeln, -arbeiten fördern). In der forschen Überschrift kingt die Defensive an, die schlichte unbegründete Behauptung, dass das Gesetz der Wissenschaft zu gute komme.
Das Präsidium wird vom Hochschulrat gewählt. Dies ist kein universitäres Gremium, ist auch nicht unbedingt in den Prozess der Freiheit von Forschung und Lehre involviert. Freiheit meint frei von von außen aufgegebenen Erkenntniszielen und deren Umsetzung. Aber genau das war als nie erreichtes Ideal immerhin anstrebenswert und in diesem Streben treibende Kraft der Innovation. Leicht umwegig manchmal.
Im neuen Förderungsgesetz steht zur Vermeidung von Umwegen:
§ 3 Absatz 8:
„(8) Die Hochschulen wirken bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben untereinander, mit Hochschulen anderer Bundesländer, mit sonstigen Forschungs- und Bildungseinrichtungen des In- und Auslandes sowie entsprechend ihrer Aufgabenstellung mit der Wirtschaft und beruflichen Praxis zusammen und fördern den Wissens- und Technologietransfer.”
Es sind eklatante Eingriffe in die Berufungsverfahren demnächst möglich: Berufungen von Professoren können direkt vom Präsidium ausgehen. Bisher wurde zumindest die Liste von in den jeweiligen Diskursen Kundigen erarbeitet und zur Abstimmung in der Fakultät vorgelegt. Demnächst kann das Präsidium ihm genehme Professorinnen und Professoren berufen und sie vieleicht anschließend zu Dekanen ernennen.
Die Autonomie der Hochschulen ist in Gefahr und damit ein Potential zur dauernden Befragung und Erneuerung einer demokratischen Gesellschaft. Die Ängstlichen und nach Gewissheit Strebenden, die unmittelbar Effekte sehen wollen, die zählbar sind, jene ordentlichen risikoscheuen Menschen, die als Warnende sicher immer wieder gebraucht werden, sind auf dem Weg zu einer großen Machtfülle.
Satte 25% – In Hamburg wahrscheinlich ganz anders
Berlin: Nur jeder vierte Bachelor-Studierende schließt in der Regelstudienzeit ab
Nur ein Drittel der Studierenden, die vor vier Jahren ein Bachelor-Studium in Berlin aufgenommen haben, hat dieses im ursprünglichen Fach beendet. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Lars Oberg hervor, über die der “Tagesspiegel” berichtet. Von den 4010 Studienanfängern hätten 961 ihr Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit von sechs Semestern abgeschlossen. 358 hätten es nach sieben Semestern absolviert. Über Studierende, die später fertig geworden seien, konnte der Senat noch keine Angaben machen. 685 Studierende hätten keinen Abschluss in ihrem Studiengang, seien aber noch immatrikuliert. Belastbare Aussagen über Studienabbrecher sind laut Senatsverwaltung nicht möglich. Zehn Prozent der damaligen Studienanfänger seien nach einem Semester in einen Magister- oder Diplom-Studiengang gewechselt. Ein “nicht unerheblicher Teil” habe zudem beim sogenannten Kombinationsbachelor, bei denen Studierende zwei oder drei Fächer belegen, mindestens ein Fach ausgetauscht. All dies werde in der Statistik nicht berücksichtigt.
Aus: Newsletter 03/2009
W-Besoldung für Professoren ist an Bezahlung von Führungskräften der Wirtschaft orientiert. Auch die Universität Hamburg ist ein großes Unternehmen
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2009, Nr. 47, S. 11
Weshalb die Manager immer mehr Geld erhalten
Vorstände können mehr verdienen, als sie leisten / Studie für das Bundesarbeitsministerium
mas. BERLIN, 24. Februar. Die überproportional wachsenden Einkommen von Spitzenmanagern lassen sich nicht mit ihren Leistungen und den Kennziffern ihrer Unternehmen erklären. Das zeigt ein bisher unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums. “Vorstände von großen Aktiengesellschaften werden nicht nach Effizienzkriterien vergütet”, schreiben die Autoren von der Hochschule Pforzheim und dem Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung. Bernd Noll, Jürgen Volkert, Niina Zuber verweisen auf neuere Untersuchungen zu den dreißig größten deutschen Aktiengesellschaften. Diese zeigten, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Höhe der Vorstandsvergütung und der Aktienperformance oder Rendite des Unternehmens gebe. Das Gehaltsplus hängt eher von der Größe des Vorstands, des Aufsichtsrats und des Unternehmens ab. …
Unmögliche Mission
A. Michels / P. Müller / A. Perner (Hg.): Jahrbuch für klinische Psychoanalyse
Band 8: Wie ist Psychoanalyse lehrbar?
2008, (edition diskord), geb., 300 Seiten, EUR 28,00
Weitergeben, was man nicht besitzt, darstellen, was unsagbar ist, begreifen, was im Unbewußten vor sich geht — daraus besteht die permanente Bildungskrise der Psychoanalyse. Ihre Vermittlung ist kein einfaches Belehren, Informieren, Ausbilden, denn sie zwingt dazu, sich selbst begreiflich zu machen, was Psychoanalyse ist, womit man es beim Psychoanalysieren zu tun hat und was man als Analytiker tut. Daß das, was von der Psychologie des Unbewußten „sich heute eben lehren läßt“, beschränkt ist, hat Sigmund Freud 1926 schon hervorgehoben. Was ist der heutige Stand der Forschung, der Darstellung und der Vermittlung? „Was sich heute eben lehren läßt“ hängt ab von den Widerständen der Forscher und Vermittler, aber auch von dem Widerstand des Stoffs gegen seine Darstellung.
Inhalt des Bandes: Christian Kläui: Analytiker werden und Analytiker sein: beides schwer! // Claus-Dieter Rath: Überraschung. Kritik der Weitergabe. // Michael Turnheim: Psychoanalytische Post-Probleme. Überlegungen über Wahrheit und Lehre. // André Michels: Was lehrt uns Psychoanalyse? Zur Logik des Unbewußten. // Marianne Schuller: Lehre oder ein Versuch über die Unvollständigkeit. Zu Lucien Israel. // Peter Müller: Lehr/Analyse. // Achim Perner: Über eine Schwierigkeit, Psychoanalyse zu lehren. //
Franz Kaltenbeck: Wovon lernt der Psychoanalytiker? // Max Kleiner: Psychoanalyse und Mathematik. // Karl-Josef Pazzini: Unmögliche Mission. Notizen zur Lehrbarkeit und zum Lehren in der Psychoanalyse. // Christian Hoffmann: Die Kontrollanalyse: eine ternäre Logik der Übermittlung. // Marcel Ritter: Über die Kontrollanalyse. Ein Interview. //Hermann Lang: Lucien Israel als akademischer Lehrer.
EUR 28,00
KommErzWissBank
Im Zuge der drohenden Kürzungen schlägt ein Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaft nun drastische Maßnahmen vor: Die Dozentengehälter sollten auf 500.000€ pro Jahr begrenzt werden, um so den Willen der ProfessorInnenschaft zur Kooperation in so schwierigen haushaltspolitischen Zeiten zu signalisieren.Des weiteren schlägt er die Umbenennung des Fachbereichs in “KommErzWissBank” und die Partizipation des so geschaffenen neuen (Humankapital-)Instituts am Fond der Bundesregierung für notleidende Banken vor. Eine Stellungnahme des Uni-Präsidiums zu diesem kreativen Konzept liegt noch nicht vor.
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