*mms MultiMedia-Studio

“Die nächste Phase beginnt”…

… prangte lange Zeit auf der Teaser-Seite studylog.de – von welcher nächsten Phase war da die Rede? Und was genau ist überhaupt study.log?

study.log wurde im Arbeitsbereich Medien & Bildung/MultiMedia-Studio des Fachbereiches Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg von Prof. Dr. Torsten Meyer und seinen Mitarbeitern konzipiert und entwickelt. Das “Knowledge Construction Tool” tritt nun in eine neue und neuartige Entwicklungsphase und alle Leserinnen und Leser sind herzlich eingeladen, an dieser Phase und der weiteren Entwicklung Teil zu haben. Diese ist von Grund auf interaktiv und kollaborativ geplant: Das neu gestartete “study.blog” bildet den ersten Schritt und eine Kommunikationsofferte.

Die nächste Phase beginnt in diesem Moment; und zwar mit Fragen, die sich die Entwickler des Programms auch gestellt haben: Wie ordnen wir unser Wissen? Gerade in Zeiten, die uns mit einer bisher nicht dagewesenen Flut von Information konfrontieren? In Anbetracht von Internetartikeln, Datenbanken, E-Books und handschriftlichen Notizen, Videos, Podcasts und vielen weiteren Medien stellt sich auch die Frage nach der persönlichen Ordnung dieser Dinge dringlicher als je zuvor.

Befragt man Studierende – aber das gleiche gälte sicherlich auch für so manchen Wissenschaftler – wie und in welcher Form sie mit den für ihr Studium relevanten Materialien umgehen; wie sie diese ablegen, ordnen, wieder finden, miteinander verbinden und daraus Erkenntnisse erlangen und herstellen; welche Probleme und Wünsche sie dabei haben, so erhält man beispielsweise folgende Antwort:

„In meinem ca. 6.5 Quadratmeter großen Zimmer ist gerade mal Platz für ein Hängeregal, mein Bett und einen Computer. In dem Bord über dem Computer stehen die wichtigsten Bücher, die ich immer wieder brauche. Wichtig ist keine Sortierung oder Archivierung, sondern der Ort. Ganz rechts stehen die Bücher über Philosophie, gefolgt vom DTV-Atlas für Weltgeschichte.

Nach links hin finden sich soziologische, dann erziehungswissenschaftliche Themen. Mittendrin dieses Buch von Thomas Pynchon (hieß der so?), das ich eigentlich schon lange gelesen haben wollte und ein zerfledderter “Lonely Planet” (Südostasien). In meinem Kleiderschrank und einer Kiste im Keller finden sich die restlichen Bücher. Wenn es möglich ist, sich im Chaos zu Recht zu finden, bin ich perfekt darin. Denn ohne zu suchen, weiß ich, wo ich welches Buch finde.“

Der sinnvolle – und das meint hier Lern-, Bildungsprozesse und eben Erkenntnis hervorbringende – Umgang mit Materialien und Quellen stellt ein großes, nicht selten ein noch beim Abschluss eines Studien- oder Forschungsprozesses ungelöstes Problem dar. Es soll nicht ungelöst bleiben.

Hier folgen in Kürze Videos, ein Supportforum und der laufende Ausbau des study.blogs zu einer Quelle von Informationen und Hintergründen zu ähnlichen Projekten und Konzepten. Bei der “nächsten Phase” handelt es sich um die einzigartige Möglichkeit, die zukünftige Entwicklung eines Wissenorganisationstools maßgeblich und ganz im Sinne eines “grassroots”-Konzepts mit zu beeinflussen: Das Programm ist “under construction – always beta”; alles andere wäre Zeugnis einer falschen Auffassung der Dynamik neuer Kommunikationstechnologien. Wir freuen uns auf zahlreiche neue User, viele Ideen und euer Feedback!


(Die Texte des Weblogs basieren teilweise auf dem Aufsatz “Bilder des Denkens. study.log – ein Knowledge-Construction-Tool” von Stephan Münte-Goussar und Torsten Meyer in Christoph Schäfer u.a. (Hg.): Tagungsband zur Tagung „Alte Geschichte multimedial: Analyse, Realisierung und Evaluation“ in St. Katharinen vom 14.04.-15.04.2005, St. Katharinen 2005)

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3 Antworten zu ““Die nächste Phase beginnt”…”

  1. Siegfried Werner sagt:

    Knowledge-Construction-Tool versusus ePortfolio?

    Nach einem Jahr Warten nun also eine Fortsetzung, die ich gern begleiten will. Deshalb also gleich ein Reizwort, mit dem ich auf die Dynamik neuer Kommunikationstechnologien eingehe.
    Ein Tool ganz für mich allein, ohne den Zugriff von außen, ein anderes Tool, das mit vorigem kommuniziert, mit dem ich aber auch nach außen komme. Das scheint mir der Idealfall zu sein, den ich aus den bisher benutzten Tools CUEcards, Citavi, Zettelkasten nach Luhmann bei Daniel L. sehe. Auf der Metaebene sehr gut geordnet mit Freemind.
    Mit den besten Wünschen für 2009!
    Siegfried Werner
    seniorTrainer und Fotograf

  2. Sebastian sagt:

    Hallo Siegfried,

    danke zunächst einmal für Deine Anmerkung. Freut mich, dass da draussen Leute auf die nächste Entwicklungsphase gewartet haben.

    Was das “Reizwort” betrifft: Hier am Fachbereich finden gerade zwei Seminare im Rahmen des Einführungsmoduls „Grundlagen der Erziehungswissenschaft“ statt, die auch im nächsten Sommersemester fortgeführt werden sollen. Die Studierenden reflektieren dabei ihre bisherigen Veranstaltungen auf Basis eines ePortfolios, das dann später auch die Grundlage der Modulabschlussprüfung bilden wird. Als Portfoliotool wird neben Blogs und Wikis auch study.log empfohlen – knowledge construction und ePortfolio-Nutzung schließen sich nicht notwendigerweise aus; insbesondere weil es “das” ePortfolio so ja auch gar nicht gibt…

    Weitere Informationen zur Konzeption der Veranstaltungen finden sich übrigens hier im ePUSH-Blog. Für mehr Infos zu den unterschiedlichen Nutzungsszenarios für ePortfolios auch noch ein kurzer Hinweis auf die Salzburg Research e-Portfolio Studie von 2007.

  3. » *content sagt:

    [...] « “Die nächste Phase beginnt”… [...]


study.log ist ist eine Software für Kopfarbeiter in Schule, Studium, Beruf, Lehre und Forschung. Sie integriert die Darstellung und Verwaltung ihrer persönlichen Studienmaterial-Mediathek. study.log visualisiert den Datenbestand in einer durchdachten Zusammenschau, innerhalb derer verschiedene Ordnungskriterien angewendet werden können: zeitlich, alphabetisch, semantisch-kategoriell und im toplogischen Verhältnis. Stets bleibt bei allen Perspektivwechseln sowohl das gegenwärtige thematische Zentrum als auch der Horizont des Referenzbestandes im Blick. study.log unterstützt auf diese Weise das experimentelle Hantieren mit zahlreichen einzelnen Materialien und ihren Querverbindungen und potenziert jene Aha-Effekte, die die Freude an der ganz alltäglichen persönlichen Wissensarbeit ausmachen.
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