*mms MultiMedia-Studio

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Den letzten Beitrag schlossen wir mit der Frage nach einem sinnvollen Umgang mit Materialien und Quellen. Diese erscheinen heute vielfältiger denn je: Neben Büchern, Zeitschriftenartikeln, Exzerpten und Handouts handelt es sich dabei immer häufiger auch um Grafiken, Powerpoint-Präsentationen, Internetlinksammlungen, Videos oder Podcasts. Die Digitalisierung verschärft das Problem der Suche nach sinnvoller Ordnung also zunächst eher, als dass sie Linderung verspricht.

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Für Studierende bedeutet das: Wo zuletzt bestenfalls Lehrende Sinnzusammenhänge stiften konnten, häufen sich neben Büchern, Zeitschriftenartikeln, Praktikumsberichten, Literaturverzeichnissen, historischen Quellen, Interviewtranskriptionen, Statistikvisualisierungen, Beobachtungsprotokollen und Bildern mittlerweile und zunehmend chaotischer Video-Streams, Multiple-Choice-Formulare und Linksammlungen. Auch im Rahmen eines blended learning-Settings (Veranstaltungen, die konventionelles Präsenzlernen mit dem Einsatz neuer Bildungstechnologien zu verquicken suchen) ist ein selbst geschriebener Text, die Fundstücke der nächtlichen Surf-Session, oder ein Link, den man eh schon zu den Favoriten zählt, schneller auf den Daten-Highway geschickt, als man zum Copy-Shop gelaufen ist, um ihn in einen Seminar-Ordner zu heften. Das skizzierte Szenario gilt natürlich in weiten Teilen ebenso für Lehrende und Forscher, denn auch diese hantieren täglich mit einer Vielzahl ähnlicher Materialien, ergänzt um Vortragsmanuskripte, Forschungsberichte und Fachzeitschriften; und auch diese sind immer häufiger in digitaler Form zur Hand. Sowohl die nahezu unendliche Menge neu verfügbarer Daten als auch bereits gewusstes Wissen sind mit wenigen Mausklicks jederzeit disponibel. Soweit die Theorie.

Denn die viel beschworene Informationsflut und neue Unübersichtlichkeit des World-Wide-Web schlagen sich auch auf der individuellen Festplatte nieder: “Wo speicherte ich noch die Folien des Vortrags aus dem letzten Semester?” oder “Wie hieß doch gleich die Datei mit dem Essay über selbstgesteuertes Lernen?” Mit einem wachsenden Pool von Material steigt auch das Bedürfnis nach einem Zugriff, der den Herausforderungen des alltäglichen Operierens in den (immer noch) sogenannten “Neuen Medien” angemessen erscheint. Einem Zugriff, der sich jenseits linearer Pfade konventioneller Betriebssysteme bewegt und der content nicht wegsortiert, sondern Kopfarbeitern in wechselnden Kontexten immer wieder vor Augen hält. Es stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann und soll Wissen transportiert werden? Und im unmittelbaren Anschluss darauf: Wie kann Wissen gespeichert, abgelegt (und bei Bedarf wieder hergestellt) werden, wenn es sich immer als Form in einem Medium durchsetzen muss, um kommunizierbar zu bleiben?

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Eine Antwort zu “*content”

  1. » *bildung sagt:

    [...] Fragen beschäftigten uns am Ende des letzten Beitrags: “Wie kann und soll Wissen transportiert werden?” und “Wie kann es gespeichert, [...]


study.log ist ist eine Software für Kopfarbeiter in Schule, Studium, Beruf, Lehre und Forschung. Sie integriert die Darstellung und Verwaltung ihrer persönlichen Studienmaterial-Mediathek. study.log visualisiert den Datenbestand in einer durchdachten Zusammenschau, innerhalb derer verschiedene Ordnungskriterien angewendet werden können: zeitlich, alphabetisch, semantisch-kategoriell und im toplogischen Verhältnis. Stets bleibt bei allen Perspektivwechseln sowohl das gegenwärtige thematische Zentrum als auch der Horizont des Referenzbestandes im Blick. study.log unterstützt auf diese Weise das experimentelle Hantieren mit zahlreichen einzelnen Materialien und ihren Querverbindungen und potenziert jene Aha-Effekte, die die Freude an der ganz alltäglichen persönlichen Wissensarbeit ausmachen.
Universität Hamburg*mms – MultiMedia-StudioMMKH – MultiMedia-Kontor HamburgeLCH – eLearning Consortium Hamburg