ReferenInnen und Themen: Symposion

Elke Bippus
Mediale Eigensinnigkeiten. Überlegungen zu künstlerischen Wissensformationen

Im Beitrag wird in historischer Perspektive die künstlerische Reflexion der sinnkonstituierenden Kraft von Medien in ihrem Verhältnis zu ihrer Vermittlungsfunktion veranschaulicht. Die Bedeutung der Verschränkung medialer Potenziale und Begrenzungen im künstlerischen Produktionsprozess für unsere Vorstellung von Wissensformation soll auch in Bezug auf Möglichkeiten digitaler Wissensorganisation diskutiert werden.

Prof. Dr. Elke Bippus, Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, Departement Medien und Kunst
Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Geschichte in Stuttgart und Hamburg. 2000 Promotion in Hamburg: „Serielle Verfahren. Pop Art, Minimal Art, Conceptual Art, Postminimalism.“. 2002-04 Vertretungsprofessur an der Hochschule für Künste Bremen für „Theorie und Geschichte ästhetischer Praxis“. 2005-06 außerordentliche Professur an der HfK Bremen mit dem Projekt „Kunst des Forschens”. Seit 2006 Professur für Bildende Kunst im „Departement Medien und Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Forschungsschwerpunkte: Kunst der Moderne und zeitgenössische Kunst; Kunsttheorie, und Kunstkritik; Schnittstellen und Grenzen von kunstwissenschaftlicher, künstlerischer und kuratorischer Tätigkeit; Künstlerische Produktions- und Verfahrensweisen; Bildtheorien, Transmedialität. Aktuelles Forschungsprojekt: „Kunst des Forschens. Techniken der Wissensbildung und Wissensstrukturierung in einer künstlerisch-wissenschaftlichen Praxis.“

Remo Aslak Burkhard
Bildungsraum Science City

Die ETH Zürich setzt für die Wissensgenerierung und -vermittlung auf die Verschmelzung der digitalen und der physischen Wissensräume. Mit dem Projekt ETH World wurde ein digitaler Wissensraum geschaffen. Er manifestiert sich seit dem Jahr 2003 in einer aktiv gelebten neuen Lern-, Arbeits- und Kommunikationskultur. Mit Science City geht die ETH Zürich aktiv einen visionären Schritt weiter. Sie plant und setzt ein Stadtquartier für Denkkultur um. Diese Freiwissenszone ist zugleich eine Plattform, auf der die ETH Zürich viele ihrer strategischen Zukunftsvorhaben realisieren kann, die auf die pionierhafte und sinngebende Entwicklung des zukünftigen Lebens- und Erkenntnisraums setzen. Die Wissensvisualisierung spielt eine Schlüsselrolle in den unterschiedlichen Design- und Kommunikationsprozessen und für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes.

Dr. Remo Aslak Burkhard, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Informationsarchitektur
Studium der Architektur an der ETH Zürich. Promotion im Bereich „Knowledge Visualization“. 1999 Gründung der Firma vasp datatecture GmbH (Wissenskommunikation und Wissensvisualisierung im Geschäftskontext). 2003 Gründung des Kompetenzzentrums Knowledge Visualization am Institut für Medien und Kommunikationsmanagement der Universität St.Gallen. Senior Researcher an der ETH Zürich, Mitautor des Projekts Science City und Mitarbeiter im strategischen Planungsprozess der ETH Zürich. Seit 2006 zusammen mit Prof. Dr. Gerhard Schmitt Aufbau des neuen Lehrstuhls für Informationsarchitektur. Publikationen in den Bereichen Knowledge Visualization, Information Architecture, Interfunctional Communication und Knowledge Management.

Manfred Faßler
Verstreute Mitwisser

Willkommen im Multiversum infogenen Wissens. In ihm ist Wissen von nationalen Erkenntnismärkten gelöst. Seine Entstehungsbedingungen sind nicht mehr fest in Institutionen und Normenpaketen gespeichert (aktuell: Wikis, Weblogs, Web 2.0). Kombinierte, weltweit ausgelegte Erkenntnisökonomien bedienen sich der medien-strukturellen Programme, um Informationen zu Erkenntnis und Erkenntnis hin zu Wissen zu ‚befördern’. Wissen wird Produkt und Wissen verliert seine bildungspolitische Sonderstellung. An seine Stelle treten Programme, die die informationellen Beziehungsregeln zwischen Dingen, Personen, Symbolen eindeutig regeln. Es sind Modellierungen von Anforderungen, die außerhalb der Datenstruktur liegen, aber auch vor dem Wissen. Wir haben es weltweit zunehmend mit diesem verstreut gespeicherten Vorwissen zu tun, mit medienintegrierter, aber Erkenntnis und Wissen vorgelagerter „Weisheit“ als „Wissen um das größere Interaktionssystem“. Daraus folgt: Wissen kann nicht mehr in einem nicht-technischen Vokabular beschrieben werden; Wissensentstehung gelingt zunehmend in projektgebundenen, diachronen Interaktionen weltweit ausgelegter Online-Offline-Kommunikationen; der transkulturelle Status von Wissen schwächt die überlieferten nationalen Strukturen der Wissenserzeugung, des Erhaltes sowie der tradierenden, edukatorischen, lehrenden Weitergabe; Wissensentstehung und Wissenserzeugung sind in die globalen Wettbewerbe um die Aktivierung von Formpotenzialen der Informationen geraten. Bildung wird zum Wissen um diese Aktivierung.

Prof. Dr. Manfred Faßler, Universität Frankfurt am Main, Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie
Studium der Soziologie, Volkswirtschaft, Politologie und Philosophie an der FU Berlin. 1995-2002 Lehrkanzel für Kommunikationstheorie an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Seit 2000 lehrt er am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main. Forschungsschwerpunkte: Medienanthropologie und Medienevolution; Binäre Medien und Text-Bild-Integration; Netztechnologien und verändernde Wissensarchitekturen/Wissensgesellschaft; Kulturen und ihr Virtuelles.

Monika Fleischmann
Inszeniertes Wissen – Kunst an der Schnittstelle von Technik, Forschung und Bildung

Die Erkundung großer Datenfelder ist ein Schwerpunkt der Forschung des Fraunhofer MARS – Exploratory Media Lab in Bremen. Das Online-Archiv netzspannung.org verzeichnet seit seinem Start 2001 ständig steigende Benutzerzahlen und bietet kontinuierlich wachsendes Informationsmaterial rund um das Thema digitale Kultur. Heute, 2006, gehen hier täglich durchschnittlich 2100 und monatlich mehr als 70.000 Besucherinnen und Besucher auf Wissens-Entdeckungsreise. Um sich in den über 14.000 Vorträgen, Workshops, Unterrichtsreihen, wissenschaftlichen Texten und künstlerischen Projekten der Online-Datenbank zurechtzufinden, wurden neuartige Visualisierungstools entwickelt, die einen innovativen Zugang zu virtuellen Archiven zeigen. Am Beispiel eines Spaziergangs durch die Semantic Map, dem Datenfluss von netzspannung.org und der Bilderlupe der digital sparks Matrix, wird in diesem Beitrag gezeigt, wie digitale Informationen räumlich dargestellt werden. Wissenstechnologien werden kartografisch im Internet und räumlich als künstlerische Installation inszeniert.

Monika Fleischmann, MARS (Media Arts and Research Studies) / eCulture Factory, Fraunhofer Institut Bremen
Wissenschaftlich-künstlerische Leiterin des Fraunhofer MARS – Exploratory Media Labs. Multidisziplinäre Ausbildung: Bildende Kunst, Theater, Spiel, Computergrafik, Modedesign. Forschungsschwerpunkte: Neue Formen der Kommunikation, Interface Design, Wissenserschließung und Wissensvermittlung, Mediale Inszenierung, Entwicklung von Spiel- und Lernobjekten auf Basis digitaler Medien.

Michael Giesecke
Triadisches Denken und posttypographische Erkenntnistheorie

Die für die typographischen Buchkulturen entwickelten Kommunikations-, Erkenntnis- und Medientheorien sind monomedial und monosensuell: Sie gehen von den Augen als Leitsinn und von der Standardschriftsprache als Kode aus. Entsprechend machen sie Aussagen über lineare sequenzielle Erkenntnisprozesse, nicht jedoch über parallele Informationsverarbeitung zugleich mit mehreren Sensoren und nicht über multimediale Kommunikation. Diese Limitierung trägt den raren Möglichkeiten Rechnung, die die Industriekultur für die Technisierung menschlicher Informationsverarbeitungs- und Kommunikationsprozesse bot. Unter den Bedingungen von Datenbanken, Parallelrechnern und den vielfältigsten technischen Sensoren ergeben sich sowohl neue Aufgaben als auch neue Lösungsmöglichkeiten. Erfor¬derlich werden in der gegenwärtigen Entwicklungsphase Formen des Denkens und der Steuerung, die weder ausschließlich auf Homogenitätsideale und binäre Logiken vertrauen, noch Überkomplexität und ‚laisser faire’ glorifizieren. Eine solche alternative Epistemologie bietet das (neue) ‚Triadische Denken’. Die Darstellung von Prozessen und Ergebnissen des triadischen Denkens verlangt neue datenbankbasierte Medien. Die Linearität typographischer Medien erschwert es, parallele Prozesse ‚anschaulich’ darzustellen. Posttypographisches Denken zeigt sich auch darin, dass es posttypographische Medien nutzt.

Prof. Dr. Michael Giesecke, Universität Erfurt, Kultur- und Medientheorie/Mediengeschichte
Studium der Germanistik, Politik und Soziologie an der TU Hannover und der FU Berlin. Seit 1999 lehrt er Vergleichende Literaturwissenschaft mit den Schwerpunkten Kultur- und Medientheorie/Mediengeschichte an der Universität Erfurt. Infos unter: www.michael-giesecke.de

Frank Hartmann
Zwischen Kultur und Technik: der mediologische Ansatz

Der an Universitäten gelehrte sozialwissenschaftliche Mainstream der Medien- und Kommunikationstheorien beansprucht Voraussetzungen, die einem traditionellen erkenntnistheoretischen Rahmen verpflichtet sind. Diese Position läuft jedoch Gefahr, die im Sozialen inkorporierten Technologien zu verkennen, in deskriptiver Rhetorik zu verharren und damit vor den neuen Medienwirklichkeiten zu kapitulieren. Welche Alternativen gibt es dazu? Der Vortrag rekonstruiert einige Vorschläge (Semiotik, Medienmaterialismus, Phänomenologie) und befragt das Potenzial der Mediologie. Mit diesem Neuansatz werden medientheoretische Alternativen (McLuhan, Flusser, Latour) methodologisch fruchtbar gemacht und damit Denkwege zwischen Kultur und Technik geöffnet. Die Frage des mediologischen Ansatzes (Debray), wie ein Denken nicht im Objektbereich, sondern im Beziehungsbereich gelingen könnte, erweist sich von erheblicher Wichtigkeit, nicht für disziplinäre Ab- und Ausgrenzungen, sondern für eine theoretische Revision des Kommunikationsparadigmas ebenso wie für eine pragmatische Perspektive zum Entwurf neuer Curricula für künftige Berufsfelder und damit für die Entwicklung einer Medienkompetenz, die auf Augenhöhe mit ihrer Zeit ist.

Dr. phil. habil. Frank Hartmann, Universität Wien, Publizistikinstitut, Medien- und Kommunikationstheorie
Fachautor für Medientheorie und Medienkultur, Wissenschaftsjournalist (u. a. für ORF Science, Telepolis) und freier Medienberater für neue Medien, Publizistik und Unternehmenskommunikation. Universitäts-Dozent für Medien- und Kommunikationstheorie am Publizistikinstitut an der Universität Wien. Arbeitsgebiete: Medienphilosophie, Multimedia-Journalismus, Mediendidaktik, Medienpädagogik, Medienkultur. Infos unter: www.medienphilosophie.net

Markus Krajewski
Der Famulant. Gelahrte Kästen 1548 – 2006

Seit der Zeit der Wiegendrucke begleiten zumeist stumme Gehilfen die Schreibakte von Autoren. Angefangen von ihrer Frühphase als weitestgehend unselbständige Exzerptenbücher durchlaufen sie im Laufe der Zeit über ein bewegungsfreudiges Kindesalter innerhalb der Barockrhetorik, durch ihre stürmisch drängende Jugend als verschwiegene Zettelkästen der Goethezeit bis hin zur systemtheoretischen Adoleszenz eine stetige Entwicklung, die erst am Übergang zum elektronischen Zeitalter ihren zentralen Anteil am Entstehen von (gelehrten) Texten, ihre eigentliche Produktivität im Rahmen der Gelehrtenkommunikation erkennen lässt. Der Beitrag diskutiert nach einem gerafften Überblick zur Genealogie von Karteisystemen seit der Frühen Neuzeit den epistemischen Bruch, der sich mit dem Wechsel der Betriebsgrundlage auf eine elektronische Basis vollzieht. Anhand von aktuellen Softwarebeispielen geht es schließlich um die Frage, welchen medialen Stellenwert eine Apparatur zur Literaturverwaltung (heute) einnimmt. Worin liegen die Vorzüge und Leistungen eines Computerprogramms gegenüber den herkömmlichen Methoden wissenschaftlicher Textproduktion?

Dr. phil. Markus Krajewski, Bauhausuniversität Weimar, Fakultät Medien, Medienkultur
Studium der Kulturwissenschaften, Neueren Deutschen Literatur, Philosophie und Soziologie in Köln und Berlin. 2001-02 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Gerd-Bucerius-Stiftungsprofessur für Geschichte und Theorie der Kulturtechniken, Bauhaus-Universität Weimar. Forschungsschwerpunkte: Randständige Epistemologien, Diener sowie die Geschichte von Standards und Formaten; Forschungen zur Globalisierung um 1900, Resten, Apparaturen der Verwaltung wie Zettelkästen und Karteisysteme sowie zu den daraus entstehenden Formen der Poetologie; Entwicklung der Zettelkasten-Software „synapsen“ (Info: www.verzetteln.de/synapsen).

Oliver Marchart
Bildungs-Apparaturen. Hegemonie, Protest und die pädagogische Funktion medialer Apparate

Der Vortrag wird ausgehend von neueren Entwicklungen in der Hegemonietheorie (Cultural Studies, Critical Pedagogy, Diskursanalyse) die pädagogische Funktion der Medien beleuchten. Dazu wird einerseits auf die Einsicht Gramscis zurückgegriffen, dass die Konstruktion jedes hegemonialen Projekts eine „pädagogische“ Aufgabe darstellt, die sich zugleich in materiellen Praxen und damit institutionellen Apparaten niederschlagen und verdichten muss. Andererseits sollen die Möglichkeiten der Produktion von gegen-hegemonialen Öffentlichkeiten über eine „Pädagogik der Konflikts“ beschrieben werden, wie sie sich nicht zuletzt am Beispiel des Einsatzes von Protest-Medien aufzeigen lässt.

Prof. Dr. Oliver Marchart, Universität Luzern, Soziologisches Seminar
Studium der Philosophie und politischen Theorie in Wien und Essex. 2001-06 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel. Seit Juli 2006 SNF-Förderungsprofessor am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Dort Leitung des Forschungsprojekts „Protest als Medium – Medien des Protests“.

Winfried Marotzki
Online-Communities und Social Networking

In grundlagentheoretischer Einstellung sollen verschiedene Formen der Konstitution von Sozialität vorgestellt und diskutiert werden. Die Phänomene der Online-Communities und des Social Networking werden dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf Phänomene des medialen Gedächtnisses gelegt werden, genauer darauf, wie über die Konstitution von Erinnerung Gemeinschaft aufgebaut wird.

Prof. Dr. Winfried Marotzki, Universität Magdeburg, Allgemeine Pädagogik
Studium der Germanistik, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Hamburg. 1983 Promotion in Erziehungswissenschaft über das Thema „Subjektivität und Negativität als Bildungsproblem“. 1989 Habilitation in Allgemeiner Pädagogik mit der Schrift „Entwurf einer strukturalen Bildungstheorie“. Ab 1991 Professor für Allgemeine Pädagogik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sprecher des Zentrums für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS). Forschungs- und Arbeitsgebiete: Lern- und Bildungstheorie, insbesondere: Medienbildung; Anthropologie, Philosphy of Education, Wissenschaftstheorie; Qualitative Forschungsmethoden (Erziehungswissenschaftliche Biographieforschung); Audio-visuelle Kommunikation (Video- und Filmtheorie).

Trebor Scholz
Medienkunstpädagogik und ihr Unbehagen

Die Medien- und Kunstpädagogik befindet sich in einer Krise. In den Vereinigten Staaten geht die finanzielle Unterstützung immer mehr zurück und Universitäten werden unerreichbar für viele unterprivilegierte Studierende. Bildungsinstitutionen, ähnlich öffentlichen Sendeanstalten, sollten sich nicht vor schwachen Bewertungen und geringen Erträgen fürchten. Die gegenwärtige Krise basiert auf dem dünnen Eis, auf dem sich Medien- und Kunstpädagogen bewegen, wenn sie versuchen, den Rahmen einer reinen beruflichen Ausbildung zu sprengen. Ihre Ungewissheit bezieht sich auf die Frage nach relevanten Themen, Lektüre mit längeren Verfallsdaten und die bedeutsame Kombination von Theorie und Industrie. Wie können wir eine Verbindung schaffen zwischen den Fortschrittsgedanken von zukunftsorientierten Optimisten und einer buchstäblichen technischen Phobie, die man häufig im Zusammenhang mit eher traditionellen Kulturtheoretikern antrifft? Wie kann eine Zukunft für graduierende Studierende aussehen, die aus derartigen Studienprogrammen kommen und in die Berufswelt der Creative Industries eintreten?

Prof. Trebor Scholz, The State University of New York at Buffalo, Department of Media Study
wuchs in Berlin auf und lebt heute in New York. Medientheoretiker, Künstler, Organisator. Professor in der Abteilung für Medien-Studien an der State University of New York at Buffalo. Gründer des Institutes für Distributed Creativity, das die erste Konferenz über Ausbildung in den Neuen Medien in den USA mit dem Titel “Share, Share Widely” organisierte. Zusammen mit Geert Lovink organisierte er die Free Cooperation Conference über die Kunst der Zusammenarbeit. Infos unter: www.distributedcreativity.org, www.newmediaeducation.org, www.freecooperation.org

Werner Sesink
Die Wüste lebt. Kulturierung des Neuen Mediums

Was uns die Informatik als wirklich fundamentale „Plattform“ präsentiert, ist eine digitale Wüste; eine mit der Abrissbirne (genannt Einbildungskraft) – nicht zuletzt unter tatkräftiger Unterstützung durch Bildung – geschaffene Wüste. Der offene Verheißungshorizont, der sie überwölbt, verdankt seine Weite dem basalen revolutionären Akt der Befreiung von allem, was bindet; und seine Hoffnungsröte dem unzerstörbaren Vertrauen in die konstruktiven Kräfte der Menschen. Wo sonst, wenn nicht hier, kann Bildung die Konfrontation mit sich selbst aufnehmen.

Prof. Dr. phil. Werner Sesink, Technische Universität Darmstadt, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik
Studium der Naturwissenschaften, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaft. Promotion und Habilitation in Erziehungswissenschaft. Seit 1996 Professor für Allgemeine Pädagogik an der TU Darmstadt, Schwerpunkt „Bildung und Technik“. Vorstandsmitglied der Kommission Medienpädagogik und Sprecher der Sektion Umwelt- und Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Mitherausgeber der im Peer-Review-Verfahren herausgegeben Zeitschrift „MedienPädagogik“. Mitherausgeber des „Jahrbuch Medienpädagogik“. Stellv. Sprecher des DFG-Graduiertenkolleg „E-Learning” an der TU Darmstadt. Forschungsschwerpunkte: Politische Ökonomie der Bildung; Materialistische Bildungstheorie; Technologie und Subjektivität; E-Learning; Curriculumentwicklung für informationspädagogische Aus- und Weiterbildung.

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