Medien und Bildung hängen auf vielfältige Weise zusammen, insbesondere wenn der Medienbegriff nicht auf “Neue” oder “elektrische” Medien verkürzt wird. Der Pädagoge Johann Friedrich Herbart behauptete “Die ästhetische Darstellung der Welt als Hauptgeschäft der Erziehung”. Dem Medienphilosophen Vilem Flusser galt andersherum die “Paideia” als “Kernfrage der menschlichen Kommunikation überhaupt” (weil sie den Prozess beschreibt, der die Übertragung von im Gedächtnis einer Generation enthaltenen Informationen in das Gedächtnis der nächsten erlaubt). Dass Darstellung und Kommunikation nur möglich sind unter Zuhilfenahme von Medien – seien es Bücher, Filme, Lernumgebungen, Internetze oder Lehrer – und die Beschaffenheit dieser Medien Darstellbarkeit und Kommunizierbarkeit bedingen, macht deutlich, warum es Erziehungswissenschaft schon immer mit Medien zu tun hatte.

Eine Pädagogik, die ohne Mittel und Mittler auskommt – un-mittel-bar sozusagen -, ist nicht denkbar. Und eine Bildungstheorie, die das Verhältnis von Subjekt und Gesellschaft ohne Berücksichtigung medientechnologischer Bedingtheiten zu beschreiben sucht, erscheint vor diesem Hintergrund lückenhaft. Seit von “Neuen” Medien, von “eLearning”, “Wissensmanagement”, “Schulen am Netz” und “Virtueller Hochschule” die Rede ist, erst recht seit eine neue Generation von “Digital Natives” (Prensky) in Schulen und Hochschulen eingezogen ist, sind (neue) Medien zu einem “prioritären Thema” (Oelkers/Keuffer) geworden, das als “inhaltliche Querdimension” alle Sparten der Erziehungswissenschaft betrifft, jedoch in der Medienpädagogik wie auch – weil Kunst auf sehr grundsätzliche Weise mit dem Medialen, mit Darstellung und Darstellbarkeit zu tun hat – in der ästhetischen Bildung von ganz besonderer Bedeutung ist.

Mit den Ringvorlesungen geht es darum, ein interdisziplinäres Bezugsfeld zu erkunden, das von der Philosophie über die Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften bis zur Informatik reicht und einen Raum eröffnet für Diskussionen um pädagogisch-praktische wie bildungstheoretische Implikationen von Medien als Gegenstand der Auseinandersetzung von Ich und Welt.

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Website zur Ringvorlesung
Auszüge bei iTunes U
Publikation zur Ringvorlesung im Sommersemester 2009 Thema: Kontrolle und Selbstkontrolle

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