Arbeitsgruppe ePortfolio – am Donnerstag, den 10.07.2008

Tagungszeit: 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr
Anwesende: Ralf Appelt, Thomas Czerwionka, Andreas Hebbel-Seeger, Marianne Merkt, Torsten Meyer, Hannes Müller, Stefan Münte-Goussar, Ivo van den Berk, Anneliese Wellensiek, Birte Frische , Olaf Wilde, Detlev Bieler, Magdalene Levy (ab 11.45).

Bei dem hiesigen Treffen wurde der Gesprächskreis der Teilnehmenden um Lehrende aus der Uni Hamburg und Angehörige der TUHH (Projekt StudIPort 2.0) erweitert.

Top1: Wie im vorangegangenen Treffen besprochen, wurde Frau Wellensiek (Lehrende an der Uni Hamburg: Didaktik der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Chemiedidaktik) eingeladen, die im Rahmen des Gesprächs ihre Erfahrung mit Portfolios (bisher ohne „e“) präsentierte und gleichzeitig die Möglichkeit nutzte, nach Einsatzszenarien von ePortfolio zu fragen, um gegebenenfalls in der Lehre ihre Konzepte diesbezüglich anpassen zu können. Von Interesse war dabei, das Praxiswissen und die Erfahrungen von Frau Wellensiek (sie arbeitet schon seit Jahrzehnten mit Portfolios in der Lehre) dem Gesprächskreis zugänglich zu machen und ihr gleichzeitig die Frage beantworten zu können, wie sie im Rahmen der Umstrukturierung an der Universität Hamburg ihren Portfolioeinsatz derart umgestalten könnte, dass eine größere Anzahl Studierender betreut bzw. bewertet werden könnte. Bisher setzt sie das Portfolio überwiegend für die Praktikumsberichte der Studierenden ein. Diese müssen einen klassischen Praktikumsbericht kombiniert mit der Verschriftlichung des Problemlösungsprozesses bzw. der Prozessbeschreibung, abgeben, was anschließend im Gesamten bewertet wird. Das Portfolio darf bei ihr mit in die mündliche Prüfung genommen werden. Ihr Ziel ist es, die drei Praktika, die während des Lehramtstudiums absolviert werden müssen, sinnvoll und sinnbezogen miteinander zu verbinden. Ebenfalls wurde diskutiert, inwiefern eine Umstrukturierung bezüglich ePortfolios der Lehre und dem Lernen an sich zum Vorteile sein könnte bzw. welche Nachteile und Problemfelder sich diesbezüglich auftun könnten und bereits aufgetan haben. Zum Beispiel gibt es eine Auseinandersetzung darüber, ob ePortfolios ein Werkzeug des Neoliberalismus sind und eher zu einer ökonomischen Optimierung statt einer Humanisierung des Bildungswesens führen sollen. Ein anderer Punkt war die Frage, inwieweit das Portfolio offen zugänglich sein soll und welche Szenarien und Möglichkeiten es gibt, Zugriffsrechte zu vergeben. Z. B. könnten manche Teile aus dem Portfolio nur dem jeweiligen Lehrenden zugänglich sein, der die Studierenden betreut, andere wiederum allen Seminarteilnehmern (z. B. für Feedback). Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Konflikte, die zwischen der angewandten Methodik und der dafür benötigten technischen Kompetenz bestehen bzw. entstehen werden, in der Ausarbeitung von Szenarien Berücksichtigung finden müssen und entsprechende Lösungsvorschläge entwickelt werden sollten.

Top2 war, dass das ELCH-Projekt „StudIPort 2.0“ (2.0, da Web 2.0-Applikationen integriert werden sollen) als Learning-Management-System mit dem Schwerpunkt auf ePortfolio von den Beteiligten der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) vorgestellt wurde und gleichzeitig vom Plenum die Überschneidungen und Ergänzungen herausgearbeitet wurden; nach der Salzburg-Studie „E-Portfolio Implementierung an Hochschulen“ deckt die TUHH primär den Bereich der Studienplanung bzw. Studieneingangsphase und Kompetenzdarstellung bzw. Bewerbungsportfolio und die Universität Hamburg mit dem Projekt ePush primär den Bereich wissenschaftliches Arbeiten und projektorientierte Portfolioarbeit ab.

Die TUHH fokussiert, aus zeitlichen Gründen, die Inhalte ihres Projekts auf die Schwerpunkte:

• Qualitätsverbesserung in der Lehre
• Lebenslanges Lernen (LLL)
• Selbstgesteuertes Lernen
• Reflexionsmöglichkeit der Lernenden
• Studentische Kommunikationsmöglichkeiten (auf Studieninhalte bezogen)

Als weiterer Gast konnte Frau Levy aus dem Bereich Englisch der Sprachlehrforschung begrüßt werden. Sie initiierte in ihrem Fachbereich ein Projekt, das ausländischen Studierenden helfen soll, sich an der Universität Hamburg und mit der Routine der dortigen Lehre (z. B. die Antwort auf die Frage, wie ein Referat gestaltet sein sollte) zurechtzufinden; idealerweise schon vom Herkunftsland aus. Auslöser für dieses Projekt war unter anderem, dass Kommunikationsprobleme aufgrund kultureller Unterschiede und Differenzen im Lehr-Lernsystem der unterschiedlichen Länder zwischen den Lernenden und Lehrenden im Verlauf der Seminare auftraten. Frau Levy stellte die Frage, inwieweit es empfehlenswert sei, ihr Vorhaben in Form eines ePortfolios zu unterstützen. Sie hat schon Kontakt zum ZHW aufgenommen und wird bereits in den ersten Schritten von ihnen beraten.

Literaturtipps zum Thema bzw. relevante Texte, auf die sich hier bezogen wurde, sind im CommSy-Raum ePortfolio-Gesprächskreis unter Materialien zu finden.

One Comment

  1. Tuncbilek, Ayse
    Posted 29. August 2008 at 15:31 | Permalink

    Hallo Ralf, Alexander und co.,

    ich finde euren Gesprächskreis interessant. Ich finde es auch gut, dass Ihr darüber berichtet. Auch ist die Entwicklung des eLearning an der Uni – durch euch- gut zu beobachten.

    Frage ist, kann man bei euch mitmachen?

    Lg.

    Ayse

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