Review: eQualifizierung von Lehrenden durch studentische Berater

Im Wintersemester 2007/08 wurden im Zuge der ePUSH-Maßnahme ‘eSupport’ 13 eTutoren mit Unterstützung des ZHW und des *mms ausgebildet, um Lehrende der Fakultät EPB berufsbegleitend am Arbeitsplatz zum Thema eLearning zu qualifizieren. Themen der dreitägigen Aubildung waren u.a. das Workgroupsystem „EduCommSy“, der Umgang mit interaktiven Tafeln, Web 2.0 Tools (Social Bookmarking, RSS-Feeds, Blogs, Wikis etc.) sowie eine Schulung in eDidaktik und führen von Beratungsgesprächen.

Neu an diesem Schulungskonzept ist die individuelle Beratung durch eine Art studentische Coaches im Gegensatz zu den eher mäßig von Lehrenden frequentierten Schulungen. Die 1:1 Situation hat den Vorteil, dass der Lehrende passgenau, das heißt passend zu seinem persönlichem Vorwissen, den Lehrrahmenbedingungen und didaktischen Erprobungsspielraum beraten und qualifiziert werden kann. Verbunden damit war die Hoffnung auf einen direkteren, effektiveren und damit auch längerfristigen Lerntransfer, auf positive Effekte für die Lehrenden als auch die Studierenden.

Die eTutoren wurden in insgesamt elf, zum Teil sehr unterschiedlichen Projekten, eingesetzt. Von der Erstellung eines Einführungsseminars in EduCommSy über die Nutzung von Whiteboards und Chats in der psychologischen Diagnostik bis hin zur unterstützenden Entwicklung eines Online Algebra Programms für Lehramtsstudenten.

Wir haben nach Abschluss der Beratungsphase sowohl die eTutoren als auch die Lehrenden um eine Bewertung des Ausbildungsprogramms bzw. der Beratung am Arbeitsplatz gebeten. Uns interessierte insbesondere die Gestaltung der Zusammenarbeit auf inhaltlicher und zwischenmenschlicher Ebene. Gerade die besondere Beratungskonstellation (‚Student’ berät ‚Dozenten’) verlangt ein hohes Maß an Rollensensibilität. Ebenso baten wir die Lehrenden um eine Bewertung der Beratungsarbeit.

Rückblickend lässt sich ein positives Ergebnis Verzeichnen: Beide Gruppen bewerteten die Zusammenarbeit sowie den Lerntransfer in der Regel als gut bis sehr gut. Besagte Rollenschwierigkeiten traten so gut wie nicht auf. Alle befragten Dozenten gaben an, das Programm auch Kollegen empfehlen zu können. Als kritische Faktoren stellten sich insbesondere die zeitlichen Ressourcen der Lehrenden, die Motivation der Studierenden außerhalb der Seminarzeit und technische Hürden heraus.

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