Hybride Subjekte im Netz: Selbst- und Machttechnologien auf sozialen Netzwerkseiten

Ein Vortrag von Dr. habil. Ramón Reichert, Kunstuniversität Linz, Medientheorie
Dienstag, 05.05.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Die neuen Ausdifferenzierungen der digitalen Kommunikation sind von einem emphatischen Individualitätskonzept geprägt: Weblogs, Wikis und soziale Netzwerkseiten fungieren als subjektzentrierte Praktiken und Machtverhältnisse, die von den InternetnutzerInnen die Bereitwilligkeit abverlangen, immer mehr Informationen und Daten über ihre Person und ihr Leben zu veröffentlichen, die jederzeit und weltweit mittels Netzrechner abgerufen werden können. Damit einhergehend ist eine spezifische Medienkultur der
Selbstpraktiken entstanden, die vielfach die Form von Selbstführung und Bekenntnis, von Buchführung und akribischem Leistungsvergleich, von experimentellem Selbstverhältnis und Selbstinszenierung als ästhetische Praxis annimmt. Die Ausweitungen der Bekenntniskultur vermittels der digitalen Kommunikationsmedien erfordern eine transdisziplinäre Medien- und Machtkritik der aktuellen Biografie- und Identitätskonstruktionen im Web 2.0.»

Zur Person:

Ramón Reichert, 1966 geboren,studierte Philosophie, Kultur- und Medienwissenschaft in Berlin, London und Wien. Seit 2003 ist er Assistent am Institut für Medientheorie der Kunstuniversität Linz.
2001 erfolgte seine Promotion an der Universität Wien, 2008 dann die Habilitation im Fachbereich Medientheorie und Medienwissenschaft an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz.
Darüber hinaus ist er seit 2006 Key Researcher am Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Wien.
2005 erhielt er den Theodor-Körner-Förderungspreis für sein Forschungsprojekt “Medienkulturen des Lebens. Biopolitik im 19. und 20. Jahrhundert“. Zur Zeit ist er, neben seiner Tätigkeit an der Kunstuniversität Linz, Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

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