Maschinen des Wissens und Maschinen der Kontrolle. Welche Rolle spielt Google in der Bildung?

Ein Vortrag von Theo Röhle, Universität Hamburg
Dienstag, 30.06.2009, 18:15-19:45 im R504a

Zum Vortrag:

«Der wachsende zeitliche und ökonomische Druck lässt Lernende Informationen dort suchen, wo sie am schnellsten gefunden werden können: bei Suchmaschinen. Gerade in Bildungszusammenhängen wirft der Einsatz dieser Vermittlungsinstanzen jedoch vielfältige Fragen auf. Oft beklagt worden ist der Verlust des Zusammenhangs beim Informations- und Wissenserwerb, auch die algorithmische Bevorzugung bestimmter Inhalte ist ein relevantes Problem. Ein Aspekt, der bisher weniger Beachtung gefunden hat, ist die kommerzielle Ausrichtung der Suchmaschinen. Suchmaschinen erwirtschaften Gewinn, indem sie Nutzerdaten in möglichst effektive Werbestrategien einbinden. Sie betätigen sich dadurch als Übersetzer von Informationsbedürfnissen in Konsumtionsbedürfnisse. Der Vortrag geht der Art und Weise dieser Datensammlung und -verarbeitung auf den Grund. Aus der Perspektive eines gouvernmentalen Machtkonzepts wird erörtert, welcher Preis dafür zu zahlen ist, dass Informationserwerb unter der Kontrolle eines zentralen Vermittlers stattfindet – und was dagegen zu tun ist.»

Zur Person:

Theo Röhle studierte Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Stockholm und Typographic Design and Graphic Communication in London. Von 2004 bis 2006 hatte er Lehraufträge am Institut für Journalistik, Medien und Kommunikation der Universität Stockholm und an der Uni Hamburg am Institut für Medien und Kommunikation. Weiterhin arbeitete er als Webdesigner und im Verlagswesen (Halem Verlag).
Seit dem Sommersemester 2008 nimmt Theo Röhle am postgradualen Studiengang „Master of Higher Education“ am Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg teil und ist Promotionsstudent im Fach Medienkultur an der Uni Hamburg.
Ab Juli 2009 schließlich wird er Postdoktorand am Graduiertenkolleg „Automatismen“ in Paderborn sein ( Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur widmen).

Seine Dissertation mit dem Titel „Dispositiv Google“ beschäftigt sich aus machttheoretischer Perspektive mit dem Thema Suchmaschinen. Schwerpunkte sind das Tracking von Nutzerdaten, Data Mining und Konsumenten-Targeting im Bereich der Suchmaschinen.
Mehr Informationen: Netzmedium.de.

Die Übersicht über das Vortragsprogramm finden Sie hier im Medien-Bildung-Blog des *mms.

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