symbolische Strichmännchenszene

Tipp der Woche #1: Beteiligung im digitalen Seminar

Seminare leben vor allem von Diskurs, Austausch und aktivem Miteinander – und schon in der Präsenzlehre ist es nicht immer einfach, das gesamte Semester hindurch eine rege Beteiligung innerhalb der Seminargruppe durchgängig aufrecht zu halten. Noch größer ist diese Herausforderung in einem digital basierten Seminar, wenn wir nicht, wie gewohnt, ein Gegenüber haben und miteinander in Interaktion treten können, wenn das Gegenüber nicht denselben Raum teilt. Wie kann also aktive Partizipation trotz Distanz aufgebaut werden? Mit dieser Frage werden wir in unserer Beratung zur Gestaltung digitaler Lehre häufig konfrontiert. Daher möchten wir Ihnen ein paar pragmatische Ideen vorstellen – gerne unterstützen wir Sie auch weiter in der konkreten Umsetzung!

1. Stellen Sie Verbindlichkeit her – bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Studierenden

In der digitalen Lehre ist es wichtiger denn je, den Studierenden klar zu vermitteln, was die Zielsetzung Ihres Seminars ist und welche Erwartungen Sie haben – insbesondere, wenn die Lehrveranstaltung teilweise oder sogar vollständig asynchron organisiert ist.

Bieten Sie den Studierenden klare Strukturen und, trotz der fehlenden persönlichen Kontakte, ausreichend Möglichkeiten, Fragen zu klären. Fordern Sie von den Studierenden regelmäßig Rückmeldungen ein zum Lernstand, zu Problemen oder Schwierigkeiten etc. – bei Bedarf auch als (verpflichtenden) Teil einer Studienleistung. Eine Möglichkeit hierfür ist die Nutzung von ePortfolios, aber auch kurze Rückmeldungen im Chat, in einem eigens hierfür eingerichteten Forumschat o.ä. helfen dabei, mit Studierenden in Kontakt zu bleiben. 

2. Machen Sie klare Vorgaben – am Besten schriftlich

Formulieren Sie klar Ihre Erwartungen und Vorstellungen an das Seminar im Vorfeld oder der Auftaktsitzung – idealerweise erstellen Sie einen detaillierten schriftlichen Seminarplan, der für jede Sitzung die inhaltlichen Ziele und das methodische Vorgehen beschreibt. Beschreiben Sie so genau wie möglich, wie sich die Studierenden am Seminar beteiligen sollen, z.B. in Form einer obligatorischen Anzahl von Forenbeiträgen, Reflexionsabgaben, Peer Review o.ä. 

Hilfreich für die Studierenden ist es, wenn Sie über das Semester verteilt mehrere konkrete Abgabefristen für Beiträge vergeben und die Bearbeitungszeiträume für Aufgaben klar definieren. Dies sind wichtige Elemente, um Verbindlichkeiten einzuhalten, Persistenz zu wahren und den Workload angemessen über das Semester zu verteilen. 

3. Nutzen Sie interaktive, partizipative Aufgaben- und Austauschformate

Hier finden Sie einige konkrete didaktische Vorschläge mit deren Hilfe Sie insbesondere in asynchronen Settings die Studierenden anregen können, sich aktiv am Seminargeschehen zu beteiligen:

Weiterführende Links

Ein detailliertes Konzept für diskursive digital basierte Lehre mit AGORA bzw. EduCommSy beschreibt Prof. Dr. Jan-Christoph Meister aus der Fakultät für Geisteswissenschaften in dieser Handreichung

Prof. Dr. Gabi Reinmann, Leiterin des Hamburger Zentrums für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) stellt im folgenden Kurzvortrag eine Heuristik sozialer Interaktion in digitalen Lehrangeboten vor, die ebenfalls hilfreich sein kann:

Haben Sie bereits praktische Erfahrungen gemacht, die Sie für gelungen halten und mit uns teilen möchten? Schreiben Sie uns gerne elb[dot]ew[at]uni-hamburg[dot]de

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